Die Verluste an den Aktienmärkten in Europa lagen Börsianern zufolge vor allem an der Furcht der Anleger vor höheren Zinsen.
Die Wiener Börse hat heute, Donnerstag, bis Mittag bei moderatem Volumen ihre Verluste ausgeweitet. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.463,54 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 20,15 Punkten bzw. 0,81 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -1,14 Prozent, FTSE/London -1,15 Prozent und CAC-40/Paris -0,95 Prozent.
Die Verluste an den Aktienmärkten in Europa lagen Börsianern zufolge vor allem an der Furcht der Anleger vor höheren Zinsen. Denn die US-Notenbank Fed schätzt die Konjunkturerholung nach dem strengen Winter in den USA stärker als bisher ein, weshalb die Anhebung des Leitzinses bereits im März 2015 im Raum steht. Fed-Chefin Janet Yellen sagte, höhere Leitzinsen seien bereits ein halbes Jahr nach dem Auslaufen des Anleihekaufprogrammes möglich.
Diese Ankündigung drückte auch die asiatischen Handelsplätze recht deutlich in die Verlustzone. Weitere Aufschlüsse über die Konjunkturerholung in den USA erhoffen sich Anleger vom heute im Verlauf anstehenden Barometer Philly-Fed-Index für März. Zudem werden dort die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche und die Eigenheimverkäufe für Februar veröffentlicht.
An der Wiener Börse rückten neuerlich die Immobilienwerte in den Mittelpunkt der Berichtssaison: So hat der Wohnimmobilienkonzern conwert 2013 den Vorsteuergewinn ins Plus gedreht. Das Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) lag vorläufigen Zahlen zufolge bei 48,7 Mio. Euro, nach einem satten Verlust von 154,6 Mio. Euro im Jahr 2012. Das Zahlenwerk lag einer ersten Stellungnahme der Baader Bank-Analysten zufolge im Rahmen der Erwartungen. Sie erwarten trotz des jüngsten Preisanstieges der conwert-Aktien eine positive Reaktion auf die Zahlen. Dennoch büßten die Papiere 0,95 Prozent auf 9,91 Euro ein.
Die Immofinanz hat unterdessen zwischen Mai 2013 und Jänner 2014 das Konzernergebnis um 7,1 Prozent gesteigert. Im Geschäftsjahr 2013/14 stand nach neun Monaten ein Gewinn von 225,8 Mio. Euro zu Buche, nach 210,8 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Das operative Ergebnis ist allerdings aufgrund von Immobilienverkäufen rückläufig, hieß es. Die Aktien verbilligten sich um 1,25 Prozent auf 3,46 Euro.
Die größten Verluste im prime market handelten sich Kapsch TrafficCom (minus 3,10 Prozent) ein. Auch die Bankenwerte Erste Group (minus 1,25 Prozent) und Raiffeisen (minus 0,62 Prozent) verbilligten sich. Hingegen legten Palfinger (plus 1,64 Prozent), Lenzing (plus 1,23 Prozent) und VIG (plus 0,93 Prozent) recht deutlich zu.
Mayr-Melnhof tendierten mit plus 0,32 Prozent bei 91,44 Euro. Die Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB) hatten zuvor ihr Votum von "buy" auf "hold" gesenkt. Auch das Kursziel für die Titel des Kartonherstellers wurde von 100,0 auf 95,0 Euro nach unten revidiert. Den Entzug der Kaufempfehlung begründeten die Experten mit einem Mangel an kurzfristigen Aktienkurstreibern. Die jüngsten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2013 wurden als "wenig anregend" bewertet.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz nach Sitzungsbeginn bei 2.483,71 Punkten, das Tagestief lag gegen 11.51 Uhr bei 2.458,10 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,76 Prozent tiefer bei 1.229,99 Punkten. Im prime market zeigten sich neun Titel mit höheren Kursen, 24 mit tieferen und einer unverändert. In drei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 1.505.548 (Vortag: 1.745.211) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 42,249 (61,01) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 140.372 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 6,78 Mio. Euro entspricht.
(APA)