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Tarifkonflikt: Lufthansa droht Streik-Chaos

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APA/EPA/DANIEL REINHARDT
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Die Lufthansa-Piloten stimmten mit großer Mehrheit für den Arbeitskampf. Streiks sollen 48 Stunden vor Beginn angekündigt werden.

Kunden der AUA-Mutter Lufthansa müssen sich in den kommenden Wochen auf Streiks einstellen. In zwei getrennten Urabstimmungen sprachen sich jeweils sehr große Mehrheiten der Piloten für einen Arbeitskampf aus, wie die Gewerkschaft "Vereinigung Cockpit" (VC) am Freitag in Frankfurt berichtete. Einen genauen Termin nannte die Pilotengewerkschaft zunächst nicht. Lufthansa müsse sich ab sofort auf Arbeitskampfmaßnahmen einrichten, sagte VC-Tarifexpertin Ilona Ritter. Man werde jeden Streik mindestens 48 Stunden vorher ankündigen, um den Kunden Gelegenheit zum Umplanen zu geben.

"Termine kann man verschieben, Ferien nicht"

"Unser Wille ist es, die Osterferien nicht zu bestreiken", sagte der Chef der Tarifkommission, Thomas von Sturm. Das könne sich aber im Fall einer aggressiven Reaktion der Lufthansa ändern. "Termine kann man verschieben, Ferien nicht", sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg.

Dem Unternehmen will die Gewerkschaft eine letzte Chance auf eine Reaktion einräumen. "Die muss unverzüglich erfolgen", warnte Sturm. Eine Stellungnahme der Lufthansa lag zunächst noch nicht vor.

Betroffen von Streiks wären die Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. In dem verzwickten Tarifkonflikt geht es nicht nur um die nächste Gehaltserhöhung, sondern auch um Betriebsrenten und Übergangsregelungen, wenn Piloten vor dem Erreichen der Rentengrenze von 65 Jahren aufhören wollen. Dafür waren zwei getrennte Urabstimmungen abgehalten worden.

97,2 Prozent dafür

In der seit sechs Wochen laufenden Urabstimmung zur Vergütung hatten 97,2 Prozent der rund 5400 Piloten für den Arbeitskampf gestimmt, berichtete die Gewerkschaft. Die Tarifverhandlungen laufen bereits seit rund zwei Jahren ergebnislos. Zum Jahresende 2013 waren sie noch komplizierter geworden, weil die Lufthansa einseitig Verpflichtungen zu Betriebsrenten sowie zur Übergangsversorgung für Piloten und Flugbegleiter gekündigt hatte. In der Urabstimmung zur Übergangsversorgung stimmten sogar 99,1 Prozent der Piloten für einen Arbeitskampf.

(APA/dpa)