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Hypo benötigt bis September noch 1,43 Milliarden

The logo of Hypo Alpe Adria is pictured behind a traffic sign at the bank's headquarters in Klagenfurt
REUTERS
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Bis zur Gründung der Abbaugesellschaft braucht die Kärntner Bank wesentlich mehr Geld als zuletzt erwartet wurde. Damit wirft sie die Budgetpläne endgültig durcheinander.

Erst vor kurzem hat die Regierung entschieden, die Causa Hypo Alpe Adria mit einer 17,8 Milliarden Euro schweren Abwicklungsgesellschaft zu lösen. Dass die Bank bis zu deren Gründung für eine gültige Bilanz nochmals sehr viel Steuergeld benötigt wird, war schon lange klar. Auf konkrete Zahlen musste man lange warten. Nach der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag hat es noch einen ganzen Tag gedauert, bis die Bank mit dem Ergebnis herausrückte: "Zur Abdeckung der oben genannten Abwertungen, der bis September anfallenden Verluste sowie zur Absicherung der möglichen Risiken prognostiziert die Bank basierend auf den regulatorischen Vorgaben und aktuellen Prämissen einen gesamten Kapitalbedarf für 2013 und die ersten drei Quartale 2014 in Höhe von bis zu 1,43 Milliarden Euro".

Die Kosten für die "Bad Bank" sind dabei noch nicht eingeplant. Experten gehen von insgesamt drei bis vier Milliarden Euro aus. Bisher flossen bereits 4,8 Milliarden Euro an Steuergeld in die Hypo.

Nur eine Milliarde eingeplant

Die zusätzlichen 1,43 Milliarden Euro sind wesentlich mehr als zuletzt erwartet (und budgetiert) wurde: Die Republik Österreich hat heuer eine Milliarde Euro für die Hypo im Haushalt eingeplant. "Wir haben das Bundesministerium in unserem Schreiben über diese Berechnungen informiert und um eine Intensivierung der Gespräche über Möglichkeiten zur Absicherung der regulatorischen Kapitalvorschriften ersucht", so Vorstandsvorsitzender Alexander Picker.

Das Finanzministerium prüfe nun die von der Bank vorläufig mitgeteilten Zahlen, ließ Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) ausrichten. In welcher Form die "mögliche finanzielle Unterstützung" gewährt werde, soll in den kommenden Wochen entschieden werden. Spindelegger: "Erst wenn es vollkommene Klarheit über die Mittelverwendung gibt, wird frisches Geld fließen."

Kein Problem für Bankenhilfstopf

Der staatliche Bankenhilfstopf muss für die neuerliche Staatsgeld-Spritze an die Krisenbank Hypo Alpe Adria jetzt kurzfristig nicht aufgestockt werden, sagte DSpindelegger (ÖVP) gegenüber der Austria Presse Agentur.

Mit der Rückzahlung der BAWAG-Staatshilfe (350 Mio. Euro samt Zinsen) letzte Woche sind laut Fimbag (Banken ÖIAG) wieder mehr als 900 Millionen in dem Topf. Damit soll nun auf jeden Fall einmal die neuerliche Hypo-Verlustabdeckung für 2013 gedeckt sein. Außerdem hat die Raiffeisen Bank International (RBI) vor, ihr Staatsgeld (1,75 Mrd. Euro) nach Freigabe durch die Aufseher zu tilgen, wird argumentiert.

(Red./APA)