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Oligarch Firtasch nach Rekord-Kaution wieder frei

Dimitry Firtasch verlässt das Gefängnis in Wien.
Dimitry Firtasch verlässt das Gefängnis in Wien.(c) REUTERS
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Die Rekordsumme von 125 Millionen Euro langte am Wiener Landesgericht ein. Der Oligarch darf Österreich weiterhin nicht verlassen.

Der wegen Korruptionsvorwürfen aus den USA in Wien festgenommene ukrainische Oligarch Dimitry Firtasch ist gegen eine Rekordkaution von 125 Millionen auf freien Fuß gesetzt worden. Die Geldwäsche-Prüfung sei erfolgt und das Geld auf dem Konto des Gerichts eingelangt, daraufhin habe man Firtasch enthaftet, teilte das Gericht am Freitag mit. Die Kaution ist die höchste Summe die je in Österreich als Kaution gezahlt wurde. Firtasch darf während des Auslieferungsverfahrens Österreich jedoch nicht verlassen und muss für die Behördern erreichbar bleiben. 

Der ukrainische Gas-Milliardär war vergangene Woche am Sitz seiner österreichischen Firmenniederlassung in Wien auf einen US-Haftbefehl hin festgenommen worden. Das Gericht setzte die in der österreichischen Rechtsgeschichte einzigartige Kaution von 125 Millionen Euro fest, die Staatsanwaltschaft legte jedoch dennoch dagegen Beschwerde ein, um eine höhere Summe zu erreichen. Die Staatsanwaltschaft in Chicago wirft Firtasch, der in der Ukraine politisch bestens vernetzt ist, Korruption bei Auslandsgeschäften vor. Die US-Behörden betonen, die Strafverfolgung habe nichts mit aktuellen Ereignissen in der Ukraine zu tun.

Auslieferungsverfahren aufrecht

Es läuft nun das Auslieferungsverfahren gegen Firtasch weiter. Darüber sei aber noch nicht entschieden worden, sagte Gerichts-Sprecherin Christina Salzborn der Austria Presse Agentur. Der Anwalt von Firtasch, der ehemalige FP-Justizminister Dieter Böhmdorfer, hat dagegen berufen - das hat allerdings keine aufschiebende Wirkung. Somit kann Firtasch bei einer Entscheidung umgehend in die USA ausgeliefert werden. In Österreich selbst gibt es keine Ermittlungen gegen den Ukrainer.

Firtasch zeigte sich in einer Erklärung nach seiner Entlassung erleichtert. "Die letzte Woche war für meine Familie und mich äußerst schwierig. Persönlich möchte ich all meinen Freunden und Kollegen danken, die mich in dieser schwierigen Zeit unterstützt haben", sagte er demnach. Seine PR-Betreuung übernahm Daniel Kapp, früher Sprecher von Ex-Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP).

Firtasch, der reichste Ukrainer

Firtasch gilt mit einem vom US-Magazin "Forbes" auf zuletzt 2,4 Milliarden Euro geschätzten Vermögen als einer der reichsten Ukrainer. Sein Geld machte er im Gashandel, in der chemischen Industrie und im Bankensektor. Durch die Übernahme der Inter Media Group Anfang 2013 war er auch ein wichtiger politischer Player in seinem Heimatland. Der TV-Sender Inter, das Flaggschiff von Firtaschs Medienkonzern, zählt zu den reichweitenstärksten und einflussreichsten Fernsehsendern des Landes. Er galt auch als Hauptsponsor für den Wahlkampf 2010 des inzwischen gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch.

Der bisherige Kautions-Rekordhalter in Österreich war Julius Meinl V., der im Zuge des Prozesses rund um die Immobilienfondsgesellschaft Meinl European Land im April 2009 100 Millionen Euro an das Wiener Landesgericht überwiesen hatte. 90 Millionen davon wurden im März 2013 allerdings wieder zurückgezahlt.

(Red./APA)