Das Schmierentheater um die Hypo-Kapitallücke und ihre "Bandbreite".
900 Millionen? Eine Milliarde? 1,4 Milliarden? Was uns das Management der Hypo Alpe Adria und der Finanzminister zuletzt in Sachen Kapitalbedarf wieder vorgeführt haben, war fast schon ein bisschen viel Schmierentheater. Sagen wir deshalb einmal unverblümt, wie es wirklich läuft: Natürlich weiß der Finanzminister längst, dass der Kapitalbedarf der Katastrophenbank viel höher ist, als er im Budget eingeplant hat. Sonst müsste er nämlich wegen Ahnungslosigkeit abberufen werden. Und natürlich kennt das Hypo-Management das echte Drohpotenzial längst ziemlich genau. Sonst müsste man es nämlich auf der Stelle hinauswerfen.
Worum es bei der "validen Zahl" für den Finanzminister ging, war, das Finanzloch so hinzurechnen, dass der unmittelbare Bedarf der Hypo noch einigermaßen gedeckt ist, ohne dass das Maastricht-Budget 2014 völlig aus dem Ruder läuft. Es ging also um rein politische Zahlenakrobatik.
Nachdem bei der Hypo noch immer das Worst Case Szenario Realität geworden ist, wünschen wir uns, dass ohne Rücksicht auf das Budget 2014 endlich Tabula rasa gemacht wird. Damit das ewige Gefeilsche um die „Bandbreite" von weiteren Kapitallücken ein Ende hat. Die Bandbreite unserer Geduld als Steuerzahler ist nämlich, das sollten die Hypo-Akteure einmal zur Kenntnis nehmen, schon ziemlich ausgereizt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.03.2014)