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DiTech meldet Insolvenz an und schließt zehn Filialen

PK - 'DITECH-WACHSTUMSKURS GESICHERT': IZDEBSKI
DiTech-Chef Damian IzdebskiAPA/HERBERT NEUBAUER
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Noch immer gibt es keine Zusage eines Investors. Die Gespräche sind DiTech zufolge aber "weit fortgeschritten". Wie viele Jobs gestrichen werden, ist noch unklar. Zuletzt war von 60 bis 80 Stellen die Rede.

Der stark angeschlagene Computerhändler DiTech hat am Montag am Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung angemeldet. Die Passiva belaufen sich auf rund 30 Millionen Euro und 1250 Gläubiger sind betroffen, zitiert der Kreditschutzverband KSV1870 aus dem Antrag. Zehn Filialen sollen laut Sanierungsplan geschlossen werden. Wie viele Jobs nun definitiv wegfallen, wurde nicht gesagt. Insgesamt wurden 120 Mitarbeiter bereits beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet, ihren Job verlieren werden voraussichtlich 60 bis 80 Mitarbeiter verlieren.

Die Gespräche mit Investoren seien noch nicht abgeschlossen, aber laut DiTech "weit fortgeschritten". Im Laufe der Woche soll es eine Entscheidung geben - das hatte es zuletzt aber schon öfters geheißen. DiTech hat derzeit 255 Mitarbeiter und betreibt 22 Filialen in Österreich.

Im Oktober des Vorjahres war es zum ersten Mal eng für den bisherigen Vorzeigebetrieb DiTech geworden. Wegen ausstehender Zahlungen hat ein Kreditversicherer bei einem wichtigen IT-Lieferanten den Versicherungsschutz gekündigt. DiTech-Chef Damian Izdebski konnte aber noch einmal eine Finanzierung aufstellen, einen positiven Ausblick gab es auch von Kreditschützern.

Der KSV1870 steht dem Sanierungsbestrebungen auch diesmal "grundsätzlich positiv" gegenüber. Von Seiten der Creditreform hieß es heute, Montag: "Die Sanierung soll mit Hilfe einer namentlich nicht genannten Investorengruppe erfolgen, die die Mehrheit der Anteile an der Gesellschaft übernehmen und auch schon während des Sanierungsverfahrens für Liquidität sorgen soll."

Gutscheine werden nicht anerkannt

DiTech-Sprecher Mario Gündl hat unterdessen für alle Kunden, die noch Gutscheine haben, keine erfreuliche Nachricht: Diese werden vorerst weiterhin nicht anerkannt, da dies eine gesetzwidrige Gläubigerübervorteilung wäre.

DiTech hat in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Der Umsatz verdoppelte sich allein zwischen 2008 und 2012 auf 120 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten von DiTech erhöhten sich laut FirmenCompass zwischen 2011 und 2012 von 17,2 auf 22,7 Millionen Euro, davon 7,7 Millionen Euro bei Banken. Noch zu Beginn des Vorjahres hielt Izdebski an einer massiven Expansion fest.

Während viele Unternehmer für das Scheitern alles mögliche, nur nicht sich selbst verantwortlich machen, hat Izdebski zuletzt in einem offenen Brief durchaus eigene Fehler eingeräumt. "Ich habe Fehler gemacht: Ich habe mich vom Erfolg des DiTech-Konzeptes und dem damit einhergehenden Wachstum blenden lassen und unterschätzt wie wichtig es ist, dieses enorme Wachstum nachhaltig finanziell abzusichern", so Izdebski.

Als Garagenfirma gegründet

Das Unternehmen war vor 14 Jahren von Izdebski und seiner Frau als "Garagenfirma" in Wien gegründet worden. Mit dem rasanten Aufstieg wurde auch die Politik auf die polnischen Migranten aufmerksam - gerne wurden sie bei Veranstaltungen als Paradebeispiel für eine erfolgreiche Integration präsentiert. Vor wenigen Tagen hatte noch eine Facebook-Gruppe unter dem Motto "Wir brauchen DiTech. Und nicht irgendwas" versucht an der Rettung mitzuwirken.

(APA)