Wir wünschen uns natürlich, dass die Sammlung Essl erhalten bleibt und dass die von der Familie Essl aufgebaute Baumarktkette ihre existenzielle Krise in welcher Form auch immer überlebt.
Wir wünschen uns natürlich, dass die Sammlung Essl erhalten (und der Öffentlichkeit zugänglich) bleibt und dass die von der Familie Essl aufgebaute Baumarktkette ihre existenzielle Krise in welcher Form auch immer überlebt.
Man muss allerdings aufpassen: Auch wenn die 86 Millionen, von denen da die Rede ist, nach den jüngsten Hypo-Diskussionen ein wenig mickrig aussehen, das Geld ist noch nicht abgeschafft. Und es kann jetzt auch nicht den Automatismus geben, dass der Steuerzahler grundsätzlich und immer für Managementfehler jeglicher Art einspringt.
Jetzt sollten die Experten ran: Wenn der Ankauf aus kulturpolitischer Sicht für die Republik Sinn hat, dann soll der Bund um Himmels willen die zwei Burgtheater-Subventionen (das ist annähernd die Größenordnung) in die Hand nehmen. Wenn nicht, wird man andere Wege finden müssen, das Unternehmen bzw. dessen halbwegs gesunden Österreich-Teil vor dem Schlimmsten zu bewahren. Mit gutem Willen und Sachverstand könnte vielleicht auch das gehen.
Letzterer scheint übrigens so manchem Polittiefflieger zu fehlen, der sich jetzt zu Wort melden zu müssen glaubt. Der Klubchef der niederösterreichischen FPÖ beispielsweise verlangt als Konsequenz aus den Baumax-Problemen allen Ernstes, dass sich „alle Konzerne und Banken aus allen Auslandsgeschäften zurückziehen“. Ist ja noch nie was G'scheites gekommen von den Ausländern, nicht wahr? Man könnte das mit „St.Pölten halt“ und einem kurzen Lacher vom Tisch wischen. Aber der Mann ist Repräsentant einer Partei, die sich anschickt, mehrheitsfähig zu werden. Und das ist wirklich gruselig.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.03.2014)