Jungpolitiker: "Nicht nur auf den Staat verlassen"

Thema Pensionsreform: Österreichs jüngste Nationalratsabgeordnete haben fast alle eine private Altersvorsorge getroffen .

WIEN. "Wenn du dich nur auf das staatliche System verlässt, dann bist du verlassen", betont der VP-Mandatar Jochen Pack (23 Jahre). Gleich nach dem Präsenzdienst hat er sich deshalb zu einer privaten Pensionsvorsorge entschlossen. "Das könnte aber auch damit zusammenhängen, dass ein guter Freund von mir Versicherungsvertreter ist", sagt er schmunzelnd im Gespräch mit der "Presse". Die "totale Angst, dass es irgendwann keine staatlichen Pensionen mehr geben wird", hat er jedoch nicht.

Nicht alle Jung-Nationalratsabgeordneten haben so zeitig an die Vorsorge gedacht wie Pack. SP-Jugendsprecherin Elisabeth Grossmann (35) hat erst vor kurzem damit begonnen, für eine Privatpension einzuzahlen. Bei der jüngsten Abgeordneten der Grünen, Eva Glawischnig (35), war es das Erreichen der magischen Altersgrenze von 30 Jahren, das sie dazu brachte, eine Privatvorsorge abzuschließen. "Ich hatte ja erst mit 28 meine erste richtige Anstellung", so die grüne Vize-Chefin. Inzwischen sei eine Privatvorsorge für sie machbar, zumal sie gut verdiene. Besonders schwierig sei die Lage aber für alle, die unregelmäßig Einkommen beziehen.

Eine größere Eigenverantwortung der Bürger bei der Pensionsvorsorge sei durchaus vertretbar, ist FP-Jugendsprecher Elmar Lichtenegger (30) überzeugt. Er selbst ist vor neun Jahren in eine private Altersvorsorge eingestiegen. Auf eine Lebensversicherung und Fonds setzt sein 35-jähriger Parteikollege Uwe Scheuch. Denn schließlich gebe es für junge Abgeordnete keine Politikerpensionen mehr. Jugendliche, die sich noch keine Pensionsvorsorge leisten können, sollten dies schon wegen der Zinsen so rasch wie möglich nachholen, sagt Scheuch: "Eine staatliche Grundversorgung wird es aber sicher weiter geben."

Die jüngste Nationalratsabgeordnete Österreichs, Silvia Fuhrmann (VP), verfügt seit knapp zwei Jahren über "die übliche private Zukunftsvorsorge, die staatlich gefördert ist". Eine solche empfiehlt die 23-Jährige allen: "Auch wenn ich mir bewusst bin, dass das in jungen Jahren schwer zu bewältigen ist - gerade, wenn wenig Geld zur Verfügung steht." Die heute 20-Jährigen sollten aber nicht den Glauben daran verlieren, dass es auch für sie im Alter staatliche Pensionen geben wird.

Aus der Reihe der jungen Nationalratsabgeordneten tanzt Kai Jan Krainer (36) von der SPÖ: Er hat sich für keine private Altersvorsorge entschieden, sondern vertraut allein auf die staatliche Pension. Jungen Leuten werde in diesem Zusammenhang oft übertrieben Angst gemacht, sagt er. Eine solche Panikmache hält Krainer für einen "Schmäh, der vielleicht von Versicherungsunternehmern in die Welt gesetzt wurde".


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