Methan in der Atmosphäre könnte von Bakterien stammen - oder auch nicht.
Nichts blüht so dauerhaft wie die Hoffnung auf Leben auf dem Mars. Gedüngt wird sie nun durch die Entdeckung von Spuren eines Gases, das von UV-Strahlung zerstört wird, also immer wieder neu produziert werden muss: Methan. Eine mögliche Quelle sind Bakterien im Marsboden, 20 Tonnen bräuchte es, um die Methankonzentration zu erklären. Wären sie gleichmäßig über den Mars verteilt, hätte jedes einzelne zehn Kubikmeter Lebensraum.
Aber gleichmäßig verteilt können sie nicht sein, die Nasa-Sonde Viking hat 1975 keine Lebenszeichen gefunden. Die Forscher setzen deshalb darauf, dass Viking am falschen Ort war und das Marsleben in Oasen gedeiht, in denen es auch Wasser gibt (Icarus, 10.1016). Allerdings kann Methan auch nichtlebenden Quellen entströmen, Vulkanen etwa - man kennt keine aktiven auf dem Mars, aber vielleicht hat man sie übersehen - oder es kann einfach geogen entstehen, andere Forscher haben es gerade gezeigt. Und die Bakterien brauchten auch flüssiges Wasser, das gibt es auf der Marsoberfläche nicht, es ist zu kalt.
Aber es gibt viele Strukturen, die sich als ehemalige Flussläufe oder Ozeane deuten lassen, also muss es irgendwann einmal warm gewesen sein: Vor vier Milliarden Jahren soll die heute ausgedünnte Atmosphäre mit genug CO2, dem Treibhausgas, gefüllt gewesen sein, so eine Hypothese. Sie hat nur einen Haken: Hätte es auf dem Mars viel CO2 gegeben, müsste es auch viel Karbonatgestein geben, wie auf der Erde. Man findet aber fast keines. Dieses Problem hat jetzt eine mögliche Lösung: Die Ozeane des Mars müssten nur sauer genug gewesen sein - mit einem pH-Wert unter 6,2, die irdischen haben um die 8 -, dann hätte sich kein Karbonat bilden können (Nature, 431, S. 423).
Theoretisch ist also der Weg frei für früheres oder gar gegenwärtiges Leben auf dem Nachbarn, man muss nur an den richtigen Stellen suchen. Krater von Meteoriten-Einschlägen seien die besten Kandidaten, raten britische Forscher, die im Eis der Antarktis Oasen des Lebens gefunden haben: Unter Steinen und selbst in ihnen hausen Cyano-Bakterien, die Photosynthese betreiben. Das Licht findet hin, durch Spalten und Perforierungen, die irgendwann von einem zerberstenden Meteoriten geschlagen wurden (Nature, 431, S. 414). Zudem hätte sich die eisige Wüste dadurch lange genug erwärmen können, um dem Bakterienleben optimale Startbedingungen zu bieten.