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Bericht: Brisanter Iran-Russland-Deal in Zielgerade

Russian President Putin (R) meets with Iran's Foreign Minister Mohammad Zarif in Moscow's Kremlin
Russlands Präsident Putin im Jänner mit Irans Außenminister ZarifREUTERS
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Zwischen Moskau und Teheran bahnt sich ein Milliarden-Geschäft an. Die USA könnten darauf mit Sanktionen reagieren.

Ein geplantes russisch-iranisches Handelsabkommen mit einem Volumen von 20 Milliarden Dollar (14,50 Mrd. Euro) nimmt nach Angaben von Insidern Gestalt an. Aufseiten der Regierung in Moskau seien "alle Dokumente fertig", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von russischer Seite.

Man warte nur noch auf eine Einigung über den Preis des iranischen Öls, das gegen Ausrüstung und Waren aus Russland getauscht werden soll. Das geplante Abkommen würde der Islamischen Republik trotz der internationalen Sanktionen erlauben, ihre Öl-Ausfuhr zu erhöhen. Die USA haben Bedenken gegen das Geschäft geäußert und erklärt, das Abkommen würde die laufenden Verhandlungen im Atomstreit mit dem Iran erschweren.

Das Tauschabkommen solle auch Metalle und Lebensmittel umfassen, aber keine Militärgüter, sagte ein Insider. Auf iranischer Seite bestätigten zwei Personen den Umfang von 20 Milliarden Dollar. Der Iran könne demnach zwei bis drei Jahre lang etwa 500.000 Barrel Öl pro Tag exportieren. Rund 300.000 Barrel könnten täglich über das Kaspische Meer und der Rest über den Persischen Golf umgeschlagen werden. Im Gespräch sei ein Öl-Preis, "ein paar Dollar unter dem Marktpreis", sagte einer der iranischen Insider. Zurzeit kostet Rohöl rund 100 Dollar je Fass.

Der Iran und die fünf UN-Vetomächte sowie Deutschland hatten sich im November in ihren Atomgesprächen auf ein Zwischenabkommen geeinigt. Darin sagt der Iran zu, Teile seines Atomprogramms auszusetzen. Im Gegenzug wurden einzelne Sanktionen gelockert. Die Verhandlungen über ein endgültiges Atom-Abkommen sollen bis Mitte dieses Jahres abgeschlossen sein.

"Bedenken kristallklar gemacht"

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Marie Harf, sagte zu den parallel laufenden Verhandlungen zwischen dem Iran und Russland: "Wir haben beiden Seiten unsere Bedenken kristallklar gemacht. Sollte das Tauschgeschäft vorankommen, würde das ernste Bedenken auslösen." Ein solches Abkommen wäre unvereinbar mit dem Zwischenabkommen und könnte US-Sanktionen auslösen. US-Finanz-Staatssekretär David Cohen sagte, es sei nicht ausgeschlossen, dass auch gegen russische Unternehmen oder Personen Beschränkungen erlassen würden, wenn es zu dem Geschäft komme.

Die USA und die EU haben wegen des Vorgehens der russischen Regierung in der Ukraine bereits Konto- und Einreisesperren gegen russische Regierungsvertreter erlassen. Die russische und iranische Regierung nahmen zu den Angaben keine Stellung.

(APA/Reuters)