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Baumax: Auch andere Baumärkte sind in der Türkei gescheitert

(c) baumax
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Für Handwerkerketten ist der Bosporus ein hartes Pflaster: Geschäfte werden oft noch über traditionelle Verkaufswege abgewickelt.

Die österreichische bauMax ist nicht der erste Heimwerker, der aus der Türkei den Rückzug antreten muss. Auch andere internationale "Do-it-Yourself"-Ketten haben bereits das Handtuch geworfen. Zuerst gab der deutsche Baumarktriese Praktiker im Februar 2013 sein verlustreiches Türkeigeschäft auf. Im Februar dieses Jahres ließ die französische Heimwerkerkette Leroy Merlin verlautbaren, sie werde sich innerhalb der nächsten sechs Monate verabschieden.

Baumax verabschiedet sich

Am Dienstag, den 2. April folgte die Bestätigung auf die seit längerem kursierenden Spekulationen in türkischen Medien: Der österreichische Heimwerkerriese bauMax verlässt den türkischen Markt. Die-Standorte in Samsun an der Schwarzmeerküste, zwei Filialen in Istanbul sowie die Zweigstellen Izmit, Ankara, Bodrum und Eskisehir werden zugesperrt. Wie der österreichische "Standard" berichtete, sollen sich die bauMax-Verluste in der Türkei auf 14 Mio. Euro belaufen. Offizielle Bilanzzahlen für das Geschäftsjahr 2013 liegen noch nicht vor.

BauMax war 2010 mit drei Standorten und einer Investitionssumme von 60 Millionen Euro ins Türkeigeschäft eingestiegen. Mittelfristig wollte das Unternehmen 40 Baumärkte in der Türkei eröffnen und hatte dafür 600 Mio. Euro an Investitionskosten veranschlagt. Auch das französische Unternehmen Leroy Merlin wagte im selben Jahr mit ähnlichem Optimismus den Markteintritt. Beide witterten Potenzial durch das Fehlen eines etablierten Großhandels und die geringe Baumarktdichte.

10-Milliarden-Dollar-Markt

Das Gesamtvolumen des türkischen Heimwerkermarkts wird auf etwa zehn Milliarden Dollar geschätzt. Der organisierte Einzelhandel sowie Großmärkte haben laut der türkischen Zeitung "Milliyet" aber nur einen Anteil von 13 Prozent am Heimwerkersektor. Der Großteil des Geschäfts wird noch immer über traditionelle Verkaufswege abgewickelt: Kleine Einzelhändler um die Ecke, Gassenverkäufe, oder Handwerkerbazare.

Koctas, das Gemeinschaftsunternehmen der türkischen Koc Holding und der englischen Firma Kingfisher, ist mit seinem landesweiten Filialnetz aus 41 Standorten Marktführer bei den Baugroßmärkten. Weitere Mitbewerber am türkischen "Do-it-yourself"-Sektor sind die türkische Baumarktkette Tekzen, das deutsche Unternehmen Bauhaus und die französische Firma Conforama.

Aber nicht nur die internationale Heimwerkerbranche kämpft mit den schwierigen Marktbedingungen. Auch die Elektronik-Riesen Electro World und Darty haben im Vorjahr das Handtuch geworfen. Beide verkauften ihr Filialnetz an die türkische Bimeks und kehrten der Türkei den Rücken.

(APA)