Europäische Rechtsparteien gründen "Yeah"

Harald Vilimsky
FPÖ-Listenzweite, Generalsekretär Harald VilimskyDie Presse

FPÖ, Schwedendemokraten, Front National und Vlaams Belang buhlen um die Jungen - doch ihr Projekt wird von der Causa Mölzer überschattet.

Die Rechtsparteien FPÖ, Schwedendemokraten, Front National und Vlaams Belang haben am Freitag zu einer Pressekonferenz geladen. Thema war die Gründung der europäischen Jugendorganisation „Young European
Alliance for Hope", kurz „Yeah". Hauptthema bei der Präsentation war aber nicht der Zusammenschluss, sondern der Freiheitliche Andreas Mölzer.

Mölzer, der die Liste der FPÖ für die EU-Wahl am 25. Mai als Spitzenkandidat anführt, hatte die Europäische Union ja mit dem „Dritten Reich" verglichen und von einem „Negerkonglomerat" gesprochen. Der Schriftsteller Michael Köhlmeier will ihn daher wegen „Verhetzung" anzeigen, aus den übrigen Parteien kamen Rücktrittsaufforderungen.

Auf die Frage, weshalb Mölzer bei der Yeah-Präsentation nicht dabei sei, erklärte der FPÖ-Listenzweite, Generalsekretär Harald Vilimsky: „Mein Büro befindet sich drei Meter dem diesem Saal zur nächsten Tür, damit war es klar, dass wir im Rahmen eines Doppelspitzenmodells diese Pressekonferenz mit mir machen und ich auch einer der beiden Spitzenkandidaten bin." Außerdem betonte Vilimsky, dass Mölzer ja nichts Rassistisches gesagt habe, wie das Ö1-„Mittagsjournal" berichtet. „Im EAF-Board ist eine Aussprache diesbezüglich angesagt. Und damit ist das Thema eigentlich ad acta zu legen", meinte der Freiheitlich demnach weiter.

Ähnliche Ansichten vertrat auch Yeah-Vorsitzender Tom van Grieken vom belgischen Vlaams Belang. „Ich hatte niemals den Eindruck, dass die FPÖ oder ihre Mitglieder undemokratisch oder rassistisch sein könnten", wird er von Ö1 zitiert. Und: „Ich werde nie akzeptieren, dass Vaterlandliebe von der Linken als Rassismus verunglimpft wird."

Darabos: "Moslemhasser, Rassisten, rechte Hetzer"

Scharfe Kritik hatte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos an dem Treffen bereits am Vorabend in einer Aussendung geübt: "Der internationale Freundeskreis der nationalistischen FPÖ besteht aus Moslemhassern, Rassisten, rechten Hetzern und demokratiefeindlichen Populisten, die ihr Geschäft mit der Angst der Menschen machen und das gemeinsame Europa zerstören wollen".

>> Bericht des Ö1-„Mittagsjournals"