Die Wiener Internationale Gartenschau im Donaupark war ein Versuch, die Vergangenheit des Krieges zu überwinden und Wien als Metropole zu inszenieren.
Was hat Heinz Conrads mit dem Donaupark zu tun? Nun, beide hatten für das Österreich der Nachkriegszeit eine identitätsstiftende Rolle. Wobei die Nachkriegszeit in diesem Zusammenhang weit über die alliierte Besatzung hinausgeht und auch nicht mit dem Staatsvertrag endet. Sondern bis in die 1960er-, in manchen Bereichen sogar in die 1970er-Jahre reicht. Die Narben des Zweiten Weltkriegs waren jedenfalls noch lange sichtbar. Als Trümmer im Wiener Stadtbild auf der einen und als geistige Haltung auf der anderen Seite. Für die Betreuung der mentalen Seite war Heinz Conrads eine zentrale Figur, die in Radio und Fernsehen mit Wienerlied und Herzlichkeit die Vergangenheit ausblendete. Für das Stadtbild wiederum nahm die Wiener Internationale Gartenschau 1964 eine ähnliche Rolle ein.
Als der Wiener Gemeinderat im Februar 1961 beschloss, den Donaupark zu errichten und dort eine internationale Gartenschau stattfinden zu lassen, sprang man auf einen Trend auf, der in Deutschland schon unmittelbar nach dem Krieg begonnen hatte. Mehrere deutsche Städte hatten Gartenschauen organisiert, um Schutt und Trümmer durch Pflanzen zu ersetzen, zerstörte Flächen neu zu beleben. Die Erfurter Gartenschau 1945 war ein erster Teil des Wiederaufbaus, mit dem auch die Wirtschaft wieder angekurbelt werden sollte. Es folgten mehrere derartiger Ausstellungen, das Phänomen breitete sich zunehmend auch auf andere europäische Länder aus. Und schlug schließlich auch in Wien auf.
„Soziales Grün“ war das Schlagwort, mit dem Wien auf Parks und Grünflächen setzte, die die Natur in die Stadt zurückbringen sollte. Und die Idee von einer internationalen Gartenschau als dazugehörigem Großprojekt geisterte schon bald durch das Rathaus. Schon für das Jahr 1959 war eine Schau im Prater angedacht, doch verwarf man dies bald wieder – wegen Finanzierungsproblemen. Für die nächste Runde waren erneut der Prater, der Lainzer Tiergarten und Laxenburg im Gespräch, 1958 fällte man schließlich die Entscheidung, sich mit dem Gelände im Donaupark für die WIG 64 zu bewerben. Im Februar 1961 folgte der Beschluss, das Areal aufzubereiten.
Das Areal – gemeint war damit jene Fläche zwischen der Donau und dem Wassersportzentrum Alte Donau, das die Stadtverwaltung schon seit längerer Zeit als Problem betrachtete. Hier fand sich die ehemalige Mülldeponie Bruckhaufen – bis 1964 wurde dort in aufgelassenen Schotter- und Sandgruben Müll abgelagert. Daneben gab es mit dem Bretteldorf eine Siedlung, die Anfang des 20.Jahrhunderts illegal errichtet worden war. Und die als Elendsquartier von der Bevölkerung – und zum Teil selbst von der Polizei – weitgehend gemieden wurde. Mit dem Umstieg der Stadt von Deponierung auf Müllverbrennung wurde Anfang der 1960er-Jahre damit begonnen, die Deponie zuzudecken – und die letzten Bewohner des Bretteldorfs, die zum Teil von der Suche im Mist gelebt hatten, wurden abgesiedelt. Damit war der Raum für einen neuen Park geschaffen. Und man konnte mit der Arbeit am Donaupark beginnen.
Mit der Umgestaltung setzte ein reinigender Prozess ein, ein Schaffen von Ordnung. Das verwahrloste Gelände wurde geglättet, die Schutthalden und Bretterbuden verschwanden unter der Erde. Mit der Begrünung gelang es geradezu sprichwörtlich, Gras über die Sache wachsen zu lassen. Die Sache, das waren in diesem Fall eben die Vergangenheit, der Müll, das Elend – aber auch die Erinnerung. Denn das Areal hatte auch während der NS-Zeit eine Bedeutung gehabt. Im östlichen Teil des Donauparks, auf einer ehemaligen k.u.k. Schießstätte, wurden zwischen 1940 und 1945 insgesamt 129 Menschen, vornehmlich Wehrmachtsdeserteure und Widerständler, erschossen. Dass für sie ein Gedenkstein errichtet wurde, sollte bis 1984 dauern.
Damals jedoch beschränkte man sich auf den Weg, den auch Heinz Conrads gern einschlug. Man war nett und freundlich, freute sich an der Gegenwart, dachte an die Zukunft. Und wenn es an manche Aspekte der Vergangenheit ging, wollte man nicht mehr so genau darüber reden.
Vor 50 Jahren, am 16. April 1964, eröffneten Bürgermeister Franz Jonas und Bundespräsident Adolf Schärf den Wiener Donaupark. Das etwa 600.000 Quadratmeter große Areal erstreckt sich im 22. Bezirk zwischen zwischen Arbeiterstrandbadstraße, Donauturm und Am Hubertusdamm. Bild aus der Ausstellung "WIG 64 - Die Grüne Nachkriegsmoderne" im Wien Museum am Karlsplatz zum 50. Jubiläum (ab 10. April). (c) Wien Museum
Weite Teile des heutigen Donauparks wurden bis 1960 als Mülldeponie genutzt, bevor das Areal zum Naherholungsgebiet umgebaut wurde. Mit den Folgen hatte man lange zu kämpfen: Noch in den 1990er Jahren, als neben dem Park die Donau City errichtet wurde, musste der Bereich der ehemaligen Deponie neuerlich saniert werden.
Im Donaupark wurde für die Internationale Gartenschau ein Sessellift installiert, der den Besuchern einen Blick aus der Vogelperspektive bieten sollte. Der Lift wurde erst 1983 wieder abgebaut, nachdem er über Jahre verfallen war. Immerhin etwas mehr als 600.000 Fahrgäste hatten ihn während der WIG64 benutzt.Im Bild: Eine erste Probefahrt im August 1963 (c) Brüder Basch
Zeitgleich mit dem Donaupark wurde dessen deutlich sichtbares Wahrzeichen eröffnet: Der Donauturm ist mit seinen 252 Metern bis heute Österreichs höchstes Bauwerk. In nur 20 Monaten wurden 17.600 Tonnen Beton, Stahl und Aluminium verbaut, bevor Bundespräsident Adolf Schärf den Turm am 16. April 1964 eröffnete. APA/GEORG HOCHMUTH
Auf dem Turm gibt es ein Restaurant, ein Café und zwei Aussichtsplattformen (auf 150 und 155 Metern Höhe). Die Plattformen der Gastronomiebetriebe drehen sich, drei verschiedene Geschwindigkeiten von 26 Minuten bis 52 Minuten pro Umrundung stehen zur Auswahl. (c) Basch / Die Presse
Fast alle Besucher - bisher im Schnitt 400.000 pro Jahr - fahren mit dem Lift auf den Donauturm, die Fahrt dauert 35 Sekunden. Etwas länger waren die Teilnehmer der Treppenläufe unterwegs, die bis 2008 regelmäßig stattgefunden haben. Der bisher schnellste Treppenläufer schaffte die 776 Stufen in drei Minuten und 31 Sekunden. (c) FABRY Clemens
Der Turm ist ein beliebter Werbeträger: In rund 225 Metern Höhe war schon bei der Eröffnung das Logo der Zentralsparkasse über dem von Schwechater angebracht (Bild ganz links), zwischendurch hatte A1 gebucht, und heute hängt das Logo der UniCredit über dem der Uniqua. (c) Hofmeister/Bruckeberger/APA; Montage: Die Presse
Zurück zur Gartenschau 1964: Besonderes Aufsehen erregte hier ein etwas kleinerer Turm, und zwar das Turmgewächshaus von Othmar Ruthner. In dem 41 Meter hohen Glasturm rotierten Tausende Pflanzentöpfe, sie wurden während der Fahrt gedüngt und bewässert. Das Konzept fand viele Nachahmer: 1965 gab es bereits 15 derartige Türme in Österreich, Deutschland, Kanada, Norwegen und der Schweiz. (c) Wien Museum
Am 17. Mai 1964 fuhren am Rande der Gartenschau auch die Ballons um die Wette. Nach dem Start am WIG-Gelände ging es um das "Goldene Edelweiss". (c) Basch / Die Presse
Im Gegensatz zu den meisten Attraktionen der Gartenschau gibt es sie noch heute: Die Donauparkbahn, "kleine Schwester" der berühmten Lilliputbahn im Wiener Prater, dreht noch heute ihre Runden. Auf ihrer 3,4 Kilometer langen Schleife hält sie an drei Stationen. Die gesamte Rundfahrt kostet für Kinder 2,50 und für Erwachsene 4 Euro. (c) Photographer: Philipp Splechtna
Die Besucher der Gartenschau ließen sich aber auch mit Motorrikschas durch den Donaupark kutschieren. (c) Heinz Hosch / Die Presse
Die für die Gartenschau gebaute Donauparkhalle (im Bild rechts) wurde 1966 zur Eishalle umfunktioniert. Unter anderem wurde hier bei zwei Eishockey-Weltmeisterschaften (1967 und 1987) gespielt. Anfang der 1990er wurde die Halle abgerissen, sie sollte der - dann doch nicht stattfindenden - Weltausstellung Platz machen. (Das Bild vom 11. April 1964 zeigt den Hubertusdamm kurz nach der Eröffnung der geraden Straßenverbindung zwischen Ölhafen Lobau und Floridsdorf) (c) Basch / Die Presse
Der 30.000 Quadratmeter große Irissee wurde für die Gartenschau ausgehoben. Als man Anfang der 1990er bemerkte, dass der See in der ehemaligen Deponie unter dem Park zu versickern drohte, wurde das Gewässer renaturiert und um eine Sumpfzone erweitert. (c) Philipp Splechtna
Das ehemalige Seerestaurant am Irissee steht zum Teil unter Denkmalschutz. Aus dem Gebäude wurde 2012 das Korea-Kulturhaus. Das Projekt wurde zum 120-jährigen Jubiläum der bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Korea verwirklicht. (c) Philipp Splechtna
Aus dem Aushubmaterial des Irissees wurde 1964 ein Berg aufgeschüttet, auf dem einige Zeit ein Kaffeehaus stand. Das Café sperrte Mitte der 1980er-Jahre zu, die Grundkonstruktion blieb aber erhalten und wurde restauriert. (c) Philipp Splechtna
Unter dem (ehemaligen) Dach des Kaffeehauses am Kaffeehausberg findet sich die "Hommage an Anna Freud", die Tochter Sigmund Freuds. Eine Keramik-Wasserskulptur erinnert an die Psychoanalytikerin (1895 - 1982): "Die Rose symbolisiert den weiblichen Eros, das Leiden, das Sprudeln des Wassers, die Schwelle zum Unbewußten, Geburt und Geborgenheit" steht da geschrieben. (c) Philipp Splechtna
Der Wiener Künstler Helmut Leherbauer (1933 bis 1997), bekannt als Maitre Leherb, schuf wenige Meter neben dem ehemaligen Kaffeehaus das passende Keramik-Reliefbild "Kaffeehausszene". (c) Philipp Splechtna
Auf dieser Wiese feierte Papst Johannes Paul II am 11. September 1983 mit 300.000 Gläubigen eine Messe. Er war im Rahmen seines ersten von drei Österreichbesuchen in Wien. (c) Philipp Splechtna
Anlässlich des Papst-Besuchs wurde ein 40 Meter hohes und 56 Tonnen schweres Stahlkreuz aufgestellt. Im Sommer 2010 stand der Abriss im Raum. Nachdem vor allem die "Kronen Zeitung" die drohende "Fällung" zum Thema gemacht hatte, setzten sich Kardinal Schönborn und Bürgermeister Häupl für die Erhaltung ein. Im Juni 2012 wurde das renovierte Kreuz gesegnet. (c) imago stock&people
Umstrittener ist ein anderes Denkmal im Donaupark: Europas erste Che-Guevara-Büste wurde 2008 von Bürgermeister Häupl enthüllt - unter heftiger Kritik von ÖVP und FPÖ. In die Schlagzeilen kam der in Bronze gegossene Revolutionär noch einmal im Frühjahr 2009, als der Figur die Nase abgesägt wurde. Kurz darauf wurde eine 3800 Euro teure Nachbildung des Riechorgans montiert. APA
Neben Che Guevara gab es zum damaligen Zeitpunkt im Donaupark unter anderem bereits Denkmäler für den Freiheitskämpfer Simon Bolivar und den ehemaligen chilenischen Präsidenten Salvador Allende (Bild). (c) Photographer: Philipp Splechtna
Weniger bekannt ist der aserbaidschanische Komponist Üzeyir Hacıbeyov (1885 - 1948). Er gilt als der Begründer der modernen aserbaidschanischen Musik, außerdem komponierte er die erste Oper im islamischen Orient überhaupt. Auf Initiative der Botschaft seines Heimatlandes wurde ihm im Donaupark im Jahr 2006 ein Denkmal gebaut. (c) Philipp Splechtna
Auch Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, ist im Donaupark vertreten. Der Arzt, Alchemist, Mystiker und Philosoph hat hier einen Gedenkstein, stilecht umgeben von einem Heilkräutergärtchen. (c) Philipp Splechtna
Die mehrteilige Skulptur "Das Goldene Kalb - Die Technik als Apokalypse" des österreichischen Bildhauers Karl Anton Wolf (1908 - 1989) steht am Rande der Papstwiese. (c) Philipp Splechtna
Bei Sportlern beliebt: Im Donaupark kann gratis Tennis gespielt werden, zehn asphaltierte Plätze stehen zur Verfügung. An schönen Tagen herrscht hier allerdings Hochbetrieb, Wartezeit inklusive. (c) Philipp Splechtna
Weniger schweißtreibend geht es an den vier Freiluft-Schachbrettern zu. Obwohl: Der "Presse"-Fotograf vermerkte auf dieser Aufnahme aus dem Sommer 1968, dass sich die Schachpartie "trotz tropischer Hitze" zugetragen habe. (c) Basch / Die Presse
In dieser naturnah gestalteten Wiese wurde der "ideale Lebensraum für Schmetterlinge" geschaffen, verkündet die Stadt auf einer Tafel. Die Falter kommen in einer Zuchtstation neben der Wiese zur Welt und werden dann in den Donaupark "entlassen". (c) Philipp Splechtna
Auch die Geschichte des Donauparks hat dunkle Flecken: Auf dem ehemaligen "Militärschießplatz Kagran" starben zwischen 1938 und 1945 hunderte Wehrmachtssoldaten im Kugelhagel von Erschießungskommandos. Heute erinnert der "Gedenkstein für erschossene Wehrmachtsdeserteure" an die Opfer der NS-Militärjustiz. Der Stein wurde 1984 von Stadt Wien und Verteidigungsministerium gestiftet. (c) Philipp Splechtna
Auf elektromotorisierten Stofftieren reiten die Kinder beim Donaupark-Eingang Arbeiterstrandbadgasse. APA
Bereits seit der Eröffnung des Donauparks betreuen die Wiener Imker hier Bienenvölker. Die Imkerschule gibt ihr Wissen auch an Kindergärten und Schulen weiter, angehende Stadtimker können hier einen Anfängerkurs buchen. (c) Philipp Splechtna
Sehr beliebt sind auch die Spielplätze im Donaupark. Der Sponsor hat allerdings schon ausgedient: Die Zentralsparkasse ist seit 1991 in der Bank Austria, der Sparefroh seit 2006 im Dienste der Erste Bank unterwegs. (c) Philipp Splechtna
Der Sexklub "Donaudolls" am Rande des Donauparks sorgte zuletzt für Aufregung: Die Betreiber werben mit "Flatrate-Sex", die Besucher zahlen also einmal Eintritt und nutzen die Dienste der Prostituierten unbegrenzt. Die Politik ist noch auf der Suche nach einer Handhabe gegen das Konzept. "Flatrate-Bordelle sind menschenverachtende Einrichtungen, in denen Frauen als billige Massenware behandelt werden", sagt etwa SPÖ-Frauen-Chefin Andrea Brunner. (c) Philipp Splechtna
33 Fakten über den Donaupark
International und modern. Zur Ehrenrettung der Gartenschau muss aber angemerkt werden, dass man bemüht war, modern zu sein. Die Mentalität, die etwa Heinz Conrads im Lied „Monte Glatzo“ verkörperte („I' brauch kan Lido und kan Palazzo, i' geh', wenn d' Sunn scheint am Monte Glatzo“), also die Distanz von jeglicher Exotik und die Zufriedenheit mit sich selbst, sollte in der Gartenschau nicht zu spüren sein. Ziel war, Wien als internationale Metropole zu zeigen, die in die Zukunft blickt. 29 Länder beteiligten sich an der Ausstellung, darunter etwa auch die USA und Brasilien. Auch von technischer Seite legte man einiges vor.
Mit dem 252 Meter hohen Donauturm errichtete man das bis heute höchste Bauwerk Österreichs. Im Ruthnerturm, einem 41 Meter hohen Glasgewächshaus, wurden tausende Pflanzentöpfe automatisch gedüngt und bewässert – das Projekt gilt heute noch als wichtige Pionierleistung im Vertical Farming, also der landwirtschaftlichen Produktion in mehrstöckigen Gebäuden. Daneben sorgte bei den 2,1 Millionen Menschen, die vom 16.April bis zum 11.Oktober die Ausstellung im Donaupark besuchten, vor allem der Doppelsessellift für Aufsehen. Über 2,2Kilometer konnte man so die Gartenlandschaft von oben betrachten. Der Sessellift, der erst Anfang der 1980er-Jahre endgültig abgebaut wurde, wurde durch eine Liliputbahn ergänzt, die noch heute im Donaupark unterwegs ist.
Die WIG 64 war ein gesamtstädtischer, ja fast ein gesamtstaatlicher Akt. Schon im Vorfeld wurde sie auf eine Stufe mit Olympischen Spielen oder Weltausstellungen gestellt. Medien wurden tagtäglich mit Informationen versorgt – und auch international trommelte man kräftig. So fuhr etwa ein eigener Konferenzbus durch mehrere europäische Länder, in dem Pressekonferenzen und Empfänge abgehalten wurden – Wiener Jause mit Melangeund Guglhupf inklusive. Als Bundespräsident Adolf Schärf und Bürgermeister Franz Jonas im April 1964 zur Eröffnung schritten – ihre Reden wurden von den Wiener Symphonikern untermalt, 2600 Ehrengäste waren geladen –, war das von der Bedeutung her fast schon vergleichbar mit der Wiedereröffnung der Staatsoper 1955.
Und wieder Heinz Conrads. Ein Aufbruch Wiens in die Moderne sollte es sein. Die Nachwehen der Wiederaufbauzeit sollten damit endlich ausklingen. Auf der Oberfläche gelang das auch durchaus. Dem Areal merkt man seine Vergangenheit als Müllhalde, als Elendsquartier oder als Schießplatz nicht mehr an. Bis auch die mentalen Spuren der Vergangenheit aufgearbeitet wurden, sollte es noch einige Jahre und Jahrzehnte dauern. Und dass im September 1964 gerade Heinz Conrads die zweimillionste Besucherin der Gartenschau offiziell begrüßte, schließt den Kreis.
Ausstellung
„WIG 64. Die grüne Nachkriegsmoderne“. Von 10.April bis 31.August 2014, Wien-Museum, Karlsplatz 8, 1040 Wien. Di–So, Feiertag: 10–18 Uhr. www.wienmuseum.at
Buch.Ausstellungsführer von Ulrike Krippner, Lilli Liăka, Martina Nußbaumer (Hg.). Metro Verlag, 24 Euro.
Das Wien-Museum widmet der Gartenschau von 1964 eine eigene Ausstellung – von der Idee über die Umsetzung (und die Kosten) bis zur heutigen Nutzung des Donauparks.
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