Nach 33 Jahren und 13 Lanz-Folgen ist Schluss. Ganz überraschend kam das Ende nicht. Eine Online-Presseschau - vom Totenglöckchenläuten bis zum erleicherten Aufatmen.
Das Ende kam alles andere als überraschend. Seit ZDF-Intendant Thomas Bellut Ende März in einem Interview mit dem "Handelsblatt" erstmals andeutete, "Wetten, dass..?" noch in diesem Jahr "auf den Prüfstand zu stellen", hörten viele Medien bereits das Totenglöckchen für die Samstagabend-Show läuten. So wie überhaupt auffallend war, wie sehr das in der Luft liegende Aus der Show zu Assoziationen mit Tod und Begräbnis einlud - das Show-Ende liest sich nachträglich ein bisschen wie die Chronik eines angekündigten Todes.
So schrieb Stern.de diese Woche bereits vom "Endspiel für Markus Lanz" und davon, dass der Moderator am Samstagabend "zum letzten Mal" durch die Sendung führen könnte. Die "Süddeutsche Zeitung" widmete dem "goldenen Stuss" (in Anspielung an das goldene Sendungs-Logo) und seinem langsamen Dahinsiechen eine ganze Seite in der Samstagsausgabe. Der Showgründer Frank Elstner müsse gerade dabei zusehen, "wie die Erfindung seines Lebens dabei ist, ein Ausstellungsstück im Fernsehmuseum zu werden", hieß es darin. Und, dass nicht der neue Moderator Markus Lanz, sondern der Langzeit-Show-Clown Thomas Gottschalk der Totengräber der Sendung war. Weil er selbst der Mittelpunkt der Show war und nicht mehr die Gäste - Markus Lanz konnte das nicht mehr retten. Die "Bunte" schrieb am Mittwoch über Markus Lanz "Er will weg von ,Wetten, dass..?'" und spekulierte, dass es nur mehr zwei Sendungen mit dem Moderator geben werde.
"Endlich!"
Als Markus Lanz noch während der Sendung - ausgerechnet seiner 13. - das Ende der Show verkündete, war die Aufregung in den sozialen Netzwerken dann doch größer als erwartet. Wobei Spott und Häme überwogen. Der deutsche Privatsender ProSieben twitterte noch Samstagabend: "RIP, liebes #Wettendass. Als wir ganz jung waren, hast du uns Spaß gemacht." Eine kleine Online-Presseschau:
>> "Endlich!", titelte etwa Stern.de einen Kommentar am Sonntagvormittag, in dem die Autorin dem ZDF dankt, endlich eingesehen zu haben, "dass die Zeit für Wetten, dass..? abgelaufen ist." Und weiter: "Jetzt ist endlich Platz und Zeit für was Neues am Samstagabend".
>> Spiegel-Online stellte immerhin fest, dass die Sendung, in der das Aus bekannt gegeben wurde, eine Million Zuseher mehr hatte als zuletzt (5,85 Millionen).
>> Pathetischer und etwas zurückhaltender gibt sich die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die schreibt: "Ein Monument deutscher Fernsehgeschichte fällt vom Sockel".
>> Die "Süddeutsche" atmet erleichert auf: Das ZDF habe endlich verstanden was zu tun sei. Die jüngste Ausgabe der Show habe aber eindrücklich bewiesen, "dass niemand traurig sein muss über das baldige Verschwinden des Formats".
>> Wie üblich verspielt ist die "Bild"-Zeitung, die titelt: "Wetten, dass Sie so ein lanzloses Ende nicht erwartet haben?"