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Fischer: "Mölzer im EU-Parlament fehl am Platz"

FPÖ-interne Kritik:
Andreas MölzerAPA/GEORG HOCHMUTH
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Der Bundespräsident fordert den Rücktritt des EU-Mandatars. FP-Chef Strache traf Mölzer zu einem Gespräch, über dessen Inhalt wird aber nichts verraten.

Der Druck auf den freiheitlichen EU-Abgeordneten Andreas Mölzer wächst. Am Montag wurde parteiinterne Kritik laut, außerdem forderte Bundespräsident Heinz Fischer den Rücktritt des freiheitlichen Spitzenkandidaten. "Jemand, der die Regelungsdichte der Europäischen Union in Beziehung mit der Regelungsdichte des NS-Terrorsystems setzt, jemand, der von einem ,Negerkonglomerat' spricht und David Alaba attackiert, ist im Europäischen Parlament fehl am Platz", sagte Fischer gegenüber den "Oberösterreichischen Nachrichten". Es scheine aber auch der Freiheitlichen Partei langsam zu dämmern, dass damit eine Grenze überschritten wurde.

Der Tiroler FP-Obmann Markus Abwerzger hatte sich zuvor von Mölzer distanziert. Und der burgenländische FPÖ-Obmann Johann Tschürtz erklärte: „Die Aussagen Mölzers sind nicht zu goutieren aus meiner Sicht."

>> "Drittes Reich" und "pechrabenschwarz": Mölzer im Wortlaut

Gespräch zwischen Strache und Mölzer

Bisher erhielt Mölzer Rückendeckung von Parteichef Heinz-Christian Strache. Am Montag fand dennoch ein Krisentreffen der beiden statt. Die FPÖ teilte im Anschluss daran mit, dass die Ergebnisse des Gespräches am Mittwoch in die Beratungen des Bundesparteivorstandes einfließen werden. Weitere Informationen werde man bis dahin nicht veröffentlichen. Der FPÖ-Vorstand könnte Mölzer theoretisch von der EU-Liste streichen oder zumindest zurückreihen. Derzeit ist er mit Generalsekretär Harald Vilimsky als Doppelspitze aufgestellt.

Mölzer selbst hat bisher betont, sich nicht zurückziehen zu wollen. Er verspüre innerhalb der Partei einen Solidarisierungseffekt wie einst bei Jörg Haider, sagte er der „Presse" in der Vorwoche.

>> Umfrage: Soll Andreas Mölzer zurücktreten?

SPÖ, ÖVP und Grüne pochen auf Rücktritt

Die politischen Mitbewerber erneuerten am Montag indes ihre Rücktrittsaufforderungen an den freiheitlichen Europamandatar. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos verlangte von Strache, „endlich zu handeln". Wie auch ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel und Grünen-Chefin Eva Glawischnig drängte er neuerlich auf einen Rücktritt Mölzers als Spitzenkandidat.

Glawischnig appellierte an den FPÖ-Chef, endlich Konsequenzen zu ziehen. „Dieser Mensch gehört von der Liste entfernt und zum Rücktritt gezwungen", sagte sie in einer Pressekonferenz. Strache müsse das erzwingen, ansonsten sei in der Partei die Führungsfrage zu stellen.

Knapp 17.000 Personen sind dem Aufruf des Schriftstellers Michael Köhlmeier bisher nachgekommen: Sie unterstützen dessen geplante Anzeige wegen Verhetzung gegen Mölzer.

>> Bericht der "Oberösterreichischen Nachrichten"

(Red./APA)