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Iran: Atomchef verteidigt umstrittenen Reaktor in Arak

GERMANY MUNICH SECURITY CONFERENCE
Ali Akbar SalehiEPA
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Der umstrittene Schwerwasserreaktor soll so umgestaltet werden, dass er signifikant weniger Plutonium produzieren wird, sagt Ali Akbar Salehi.

Der umstrittene iranische Schwerwasserreaktor in Arak soll nach den Worten des Chefs der iranischen Atombehörde (AEOI), Ali Akbar Salehi, so umgestaltet werden, dass er signifikant weniger Plutonium produzieren wird. In Arak würden künftig Radioisotope erzeugt, die etwa in der Medizin Anwendung finden, erklärte Salehi am Mittwoch in einem Fernsehinterview nach Angaben der Nachrichtenagentur IRNA.

"Wir haben in unserem Plan dargelegt, wie wir den Reaktor in Arak umgestalten wollen, um seine Plutoniumproduktion drastisch zu verringern. Sie haben auf unsere wissenschaftliche Antwort sehr verwundert reagiert, zumal sie keinen Vorwand mehr haben, um auf einer Schließung des Reaktors in Arak zu bestehen", berichtete der AEOI-Chef von den Atomverhandlungen zwischen den UN-Vetomächten plus Deutschland und dem Iran.

Eines der heikelsten Kapitel der Verhandlungen

Der Schwerwasserreaktor in Arak gehört zu den heikelsten Kapiteln bei den Verhandlungen. Nach seiner Inbetriebnahme könnten dort jährlich mehr als acht Kilogramm Plutonium anfallen, das ebenso wie hoch angereichertes Uran-235 zur Herstellung einer Atombombe verwendet werden kann. Im Westen, insbesondere in den USA, wird deshalb die Schließung von Arak gefordert, was der Iran aber strikt ablehnt.

Nach Angaben Salehis soll der mit Natururan betriebene Reaktor in Arak vor allem in der Medizin benötigte Radioisotope herstellen und schrittweise einen Forschungsreaktor in Teheran ersetzen, der radioaktives Material für die Krebsbehandlung produziert. Laut dem iranischen Sender Press TV kündigte Salehi in diesem Zusammenhang die Inbetriebnahme einer Produktionsanlage für Sauerstoffisotope in Arak an, die bei der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) Verwendung finden. Dazu sollen aber weitere Isotope produziert werden, die in der Industrie und Umwelttechnologie benötigt würden.

Salehi versicherte, der Iran wolle alle Zweifel hinsichtlich seines Atomprogramms ausräumen und habe daher keine Probleme, mit der Internationalen Atombehörde IAEA zusammenzuarbeiten. Man habe auf alle ihre Fragen im Atombereich geantwortet. Teheran habe nie die Absicht gehabt, aus dem Atomsperrvertrag auszutreten und sei im Gegenteil stets für dessen Stärkung eingetreten.

Zu Beginn der Urananreicherungs-Aktivitäten habe der Iran auf Lasertechnologie gesetzt. Nachdem man aber die Zentrifugentechnologie beherrscht habe, habe man dies der IAEA mitgeteilt, so Salehi. Anfangs habe man importierte Zentrifugen verwendet, die mit hoch angereichertem Material verunreinigt gewesen seien. Dies habe drei Jahre lange Beschuldigungen durch den Westen zur Folge gehabt, der behauptet habe, der Iran reichere Uran auf mehr als 50 Prozent an. "Unsere wiederholten Erklärungen dazu wurden nicht akzeptiert", beklagte der frühere Außenminister.

(APA)