Deutschland: FDP wirft Schäuble aus dem Rennen

Die Fronten bei den Verhandlungen von FDP und Union über einen Präsidentschaftskandidaten verhärten sich.

Berlin. Jahrelang war er der Kronprinz Helmut Kohls, doch Bundeskanzler wurde er nie. Auch als Parteichef der CDU musste er bald weichen. Der letzte große Karrierewunsch von Wolfgang Schäuble war es, Bundespräsident zu werden. Dass der Schwabe, der seit einem Attentat 1990 an den Rollstuhl gefesselt ist, das intellektuelle Format dazu hätte, daran zweifelten nicht einmal seine erbittertsten Gegner. Es fügt sich in die Leidensgeschichte des Wolfgang Schäuble, dass er, knapp vor dem Ziel, nun auch aus dem Rennen um das höchste Amt im Staat ausgeschieden ist.

"Bedauerlicherweise" habe FDP-Chef Guido Westerwelle Widerspruch gegen eine Kandidatur Schäubles eingelegt, erklärte der Vorsitzende der CSU, Edmund Stoiber, Mittwochvormittag. In der Nacht zuvor hatten er und CDU-Chefin Angela Merkel Verhandlungen mit Westerwelle in dessen Wohnung geführt. Die Gespräche wurden am nächsten Morgen andernorts fortgesetzt, verliefen jedoch ergebnislos. Die FDP wollte einen aus ihren Reihen, Fraktionschef Wolfgang Gerhardt, mit den Stimmen der Union ins Schloss Bellevue bringen.

Für Mittwochabend beriefen die drei Oppositionsparteien Präsidiumssitzungen ein. Danach wollten Merkel, Stoiber und Westerwelle weiterverhandeln, um für die Bundespräsidentenwahl am 23. Mai doch noch einen gemeinsamen Bewerber zu finden.

Als neue Favoritin wurde Baden-Württembergs Kultusministerin, Annette Schavan (CDU), gehandelt. Zunächst muss sich die Union jedoch intern abstimmen.

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