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Sparstift wird auch bei Neuer Mittelschule angesetzt

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Bildungsministerin Gabriele Heinisch-HosekAPA/BKA/ANDY WENZEL
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Die Ministerin bestätigt, dass sie heuer 57 Millionen Euro sparen muss. In den Neuen Mittelschulen gibt es weniger Teamteaching, an höheren Schulen größere Klassen.

Heute Morgen nahm Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) erstmals Stellung zu den Sparplänen in ihrem Ressort. Sie beziffert die Sparvorgabe mit 57 Millionen Euro. "Ich konnte mit dem Herrn Finanzminister noch einige Millionen runterverhandeln. Ich muss nicht 68 Millionen bringen, sondern 57 Millionen Euro", sagt die Ministerin im Ö1-Morgenjournal. Im Jahr 2015 müssen dann noch einmal 60 Millionen eingespart werden. Das sind jeweils etwa 0,75 Prozent des rund acht Milliarden Euro schweren Bildungsbudgets. Gespart werden soll vor allem in der Verwaltung, aber auch direkt in den Schulen.

Damit bestätigen sich die Befürchtungen der Gewerkschafter, die diese gestern bereits in einem Brief äußerten - DiePresse.com berichtete exklusiv. An den Schulen wirkt sich das nämlich vor allem durch größere Gruppengrößen in einzelnen Fächern aus. In den ersten Klassen der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) sowie der Oberstufenrealgymnasien (ORG) werden derzeit Klassen ab 31 Schülern in Deutsch, Mathematik und Englisch in zwei Gruppen geteilt. Das wird es ab dem kommenden Schuljahr nicht mehr geben. Darüber hinaus werden in den Werkstätten der HTL künftig im Schnitt mehr Jugendliche pro Gruppe unterrichtet.

Teamteaching wird gekürzt 

An den AHS werden Klassen im Informatik-Unterricht künftig nicht mehr ab 13 Kindern geteilt, sondern erst ab 25. Begründet wird die Maßnahme im Ministerium damit, dass diese Teilungsregel noch aus einer Zeit stammt, wo in den Informatik-Räumen weniger Computer zur Verfügung standen. Im Fach Bildnerische Erziehung entfällt die Klassenteilung überhaupt.

Auch die Neuen Mittelschulen bleiben nicht ungeschoren: Statt zwölf Stunden, die doppelt besetzt sind, werden es nur mehr zehn sein. Pro Klasse spart das zwei Lehrerstunden. Gekürzt wird konkret beim Teamteaching, dem Herzstück der NMS: Statt sechs Extra-Lehrerstunden finanziert der Bund für doppelte Besetzungen in Deutsch, Mathe und Englisch nur noch vier. Keine Einsparungen gibt es dagegen bei den Volksschulen. Die Einsparungen ergeben sich aus den damit verbundenen geringeren Personalkosten. Durch die größeren Gruppen sind weniger Lehrer nötig - wegfallen sollen vor allem Überstunden.

Auch das BIFIE muss sparen

Gekürzt wird außerdem beim Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE), das für Projekte wie die Zentralmatura, Bildungsstandards sowie internationale Bildungsvergleichsstudien zuständig ist: Dort fallen etwa durch den wegen Zweifeln an der Datensicherheit verhängten Teststopp für 2014 sowie 2015 Ausgaben weg. Personal soll aber nicht abgebaut werden. Außerdem will Heinisch-Hosek weniger Geld für Inserate ausgeben und die Förderungen auf "Kernbereiche" konzentrieren.

Für das Jahr 2015 sind laut Ministerium keine weiteren Maßnahmen nötig: Die heuer vorgenommenen Einsparungen wirkten auch in den kommenden Jahren fort und erhöhten sich durch die automatische Fortwirkung auf mehr Klassen noch.