Mit dem Social Progress Index erstellen der Unternehmensberater Deloitte und Experten der Harvard Business School einen Ländervergleich, der ausschließlich auf sozialen und ökologischen Maßzahlen beruht.
Seine Kernaussage: traditionelle Indikatoren für Wirtschaftswachstum erzählen nicht die ganze Geschichte des Fortschritts.
Deloitte und die HBS hoffen, den Social Progress Index als Gegenstück und Ergänzung zu rein wirtschaftlichen Kennzahlen wie dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) etablieren zu können.
Der Index
Für den Social Progress Index werden weltweit 132 Länder in drei gleich gewichteten Kategorien beurteilt.
„Menschliche Grundbedürfnisse“ bewertet beispielsweise den Zugang zu Trinkwasser und Wohnraum. „Grundlagen des Wohlergehens“ beurteilt Themen wie Nachhaltigkeit und Zugang zu Kommunikationsinfrastruktur. Die dritte Kategorie des Indizes, der zum zweiten Mal veröffentlicht wird, heißt „Chancen und Möglichkeiten“ und bewertet Bereiche wie politische Freiheit, Toleranz und Zugang zu tertiärer Ausbildung.
Die Ergebnisse
Neuseeland ist laut dem Social Progress Index 2014 das weltweit fortschrittlichste Land, gefolgt von der Schweiz und Island.
Allgemein schneiden nordische Länder gut ab, innerhalb der EU führen die Niederlande mit Platz vier. Das internationale Schlusslicht bildet der Tschad hinter Burundi und der zentralafrikanischen Republik.
Zentrale Erkenntnis der Studie ist, dass sich ein höheres BIP pro Kopf nicht zwangsläufig positiv auf soziale und ökologische Chancen den Einzelnen auswirkt. So belegt Norwegen „nur“ Platz fünf des SPI , obgleich es das größte BIP pro Kopf der Welt hat. Der SPI-Spitzenreiter Neuseeland hingegen weist ein nur halb so großes BIP pro Kopf auf wie Norwegen.
Österreich
Österreich erreicht weltweit Platz elf. Wenig überraschend punktet Österreich bei „Menschliche Grundbedürfnisse“ und „Grundlagen des Wohlergehens“ (Rang sechs respektive Rang sieben weltweit). Bei „Chancen und Möglichkeiten“ belegt Österreich nur Platz 20. Dies liegt laut Social Progress Index an der mangelnden Toleranz gegenüber Minderheiten und an der Tatsache, dass Österreichs Frauen im Schnitt weniger Jahre in Ausbildung verbringen als Männer.
Unter www.socialprogress.com können die detaillierten Ergebnisse nach Land und Kategorie gefiltert werden.