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Was Musiktheater sein kann

Georg Steker (l.) und Thomas Cornelius Desi, Chefs der Musiktheatertage.
Georg Steker (l.) und Thomas Cornelius Desi, Chefs der Musiktheatertage.Valerie Marie Voithofer
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Georg Steker und Thomas Desi bespielen mit den Musiktheatertagen erstmals verschiedenste Orte: Von der Hofburgkapelle bis zur Unterführung. Und mit einem toten Thomas Becket.

Sein Konzept, sagt Thomas Cornelius Desi, sei zugegebenerweise ein bisschen „bombastisch“. Und auch eines mit ambitioniertem Begehr: Den toten Thomas Becket (in Anlehnung an den Ort seiner Ermordung) auf den Seitenaltar der Hofburgkapelle zu betten, auch noch das Vortragekreuz der Kirche zu verwenden. „Aber das sind rituelle Objekte, die nicht einfach als Requisiten und Bühnenbild bespielt werden können.“

Nach „interessanten theologischen Diskussionen“ mit Peter Schipka, dem Generalsekretär der Bischofskonferenz und Rektor der Hofburgkapelle, dürfe er den Altar nun abgedeckt verwenden. „Wir sind da in einen religiös-magischen Bereich eingetreten.“

„Heiliger Zorn“ heißt sein Stück, zu dessen Uraufführung Desi am Mittwoch lädt. Es basiert auf dem Konflikt zwischen König Henry II Plantagenet und seinem später heiliggesprochenen Kanzler und Erzbischof Thomas Becket. Die Geschichte dieser zerbrochenen Freundschaft vor fast tausend Jahren beschäftigt ihn schon, seit er 14 ist. Daraus geworden ist nun eine Art modernes Mysterienspiel. Ein altfranzösisches Versepos wird einem neuen Text gegenübergestellt, mittelalterliche Buchillustrationen werden durch Kinder des Akademischen Gymnasiums zu Tableaux Vivants.


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