Raiffeisen will offenbar die Position in der Leiharbeitsbranche ausbauen. Die Invest AG der Raiffeisenlandesbank OÖ hat über die TTI Personaldienstleistung den in die Insolvenz geschlitterten Personalvermittler MPS übernommen.
Letzte Woche wurde der Erwerb des Geschäftsbereichs "Personalbereitstellung" von der MPS Personal Service GmbH durch die TTI Personaldienstleistung GmbH, eine Tochtergesellschaft der Invest Unternehmensbeteiligung AG, angemeldet, heißt es auf der BWB-Webseite.
Mit der Übernahme von MPS wächst TTI Eigenangaben zufolge auf knapp 3.000 Leiharbeiter und zählt damit hinter den Branchenriesen Trenkwalder und Manpower bereits zu den größeren Personalleasingfirmen. Zu TTI gehören laut "FirmenCompass" auch die Arbeitskräfteüberlasser squadra und Jobs Experts. TTI schrieb 2012 einen Umsatz von 95 Millionen Euro, unterm Strich aber einen Gewinn von nur 52.000 Euro, nach 930.000 Euro ein Jahr davor. Für 2013 liegen noch keine Ergebnisse vor.
TTI-Chef Hans-Peter Panholzer bestätigte am Mittwoch die Übernahmepläne. Die endgültigen Vertragsverhandlungen sollen bis Ende April abgeschlossen werden. TTI liebäugelt vor allem vor allem den Kundenverträgen von MPS. Mit der Übernahme des operativen Geschäfts will TTI in der Steiermark und im südlichen Salzburg stärker werden. MPS betreibt unter anderem Standorte in Raaba und Saalfelden. Fix ist der Deal noch nicht, die BWB und der Bundeskartellanwalt müssen die Übernahme noch durchwinken. Die Frist dafür läuft bis zum 9 Mai. 2014. Ein Kaufpreis ist nicht bekannt.
Der Personalvermittler MPS war 2013 mit damals 800 Mitarbeitern die Insolvenz geschlittert. MPS zählte damit hinter Alpine und dayli nach Mitarbeitern zu den größten Pleiten im Vorjahr. Nach der Eröffnung des Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung wurde die Arbeitnehmerzahl drastisch reduziert. Im September wurde der Sanierungsplan angenommen. Die Gläubiger sollten demnach innerhalb von zwei Jahren 20 Prozent der Forderungen von rund 19 Millionen Euro erhalten.
(APA)