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Faymann will bei Lehrer-Absenzen sparen

(c) APA
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Der Bundeskanzler will Kuraufenthalte der Lehrer in die Ferienzeit verschieben. "Der weiß ja nicht, wovon er spricht", sagt die Gewerkschaft.

Das SPÖ-geführte Bildungsministerium machte in den vergangenen Wochen schlechte Figur beim Thema Einsparungen im Bildungssektor. Bundeskanzler Werner Faymann griff nun die Lehrer an: Am Parteitag der Wiener SPÖ schlug er vor, dass die Lehrer künftig nur noch in den Ferienzeiten Seminare besuchen und Kur-Aufenthalte absolvieren sollten und griff damit die Vorschläge der Wiener Stadtschulrats-Präsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) auf.

Für Fortbildungstage wie auch für Kuren würden Tausende von Supplierstunden anfallen, die Millionen kosten würden, sagte Faymann, und sprach von einem "wichtigen Vorschlag von unseren Wiener Freunden". Die Lehrervertreter, wie man sich vorstellen kann, waren von diesen Worten wenig erbaut.

"Der weiß ja nicht, wovon er spricht"

"Wenn wir jetzt im Bildungsbereich sparen wollen, indem wir etwa krebskranke Lehrer nicht mehr auf Kur schicken dürfen, damit diese sich von ihrer Krankheit erholen können, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Und die Welt unseres Bundeskanzlers schon gar nicht. Der weiß ja nicht, wovon er spricht", sagte Paul Kimberger, oberster Gewerkschaftsboss der Pflichtschullehrer gegenüber dem Kurier.

Denn es gebe längst die Regelung, dass Lehrer nicht während der Unterrichtszeit auf Kur gehen dürften. Außer, es werde von einem Arzt angeordnet. Auch bei der Fortbildung gab er dem Bundeskanzler nicht Recht: "Allein in Oberösterreich gibt es mehr als 13.000 Pflichtschullehrer, die sich regelmäßig fortbilden müssen. Da ist es doch rein logistisch schon nicht möglich, das nur in den Ferien zu machen." Die meisten Seminare seien aber außerhalb der Unterrichtszeit.

"Applaus am Stammtisch"

Faymanns Argumente ärgern den Gewerkschafter insgesamt sehr: "Mieser geht es nicht, das ist ganz schlimm, was da von Seiten des Bundeskanzlers passiert." Kimberger wies darauf hin, dass dem Kanzler "der Applaus am Stammtisch lieber" sei als eine wirklich faire Auseinandersetzung mit einer wichtigen Berufsgruppe. Wir sind aber eh nichts anderes von ihm gewohnt."

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) hält Faymanns Vorschlag für legitim, wie sie am Montag sagte. Sie kenne viele Lehrer, die das jetzt schon so machen. Medizinische Notwendigkeit etwa für eine Reha habe aber natürlich Vorrang.

Übrigens: Im neuen Lehrerdienstrecht, das verpflichtend allerdings erst ab 2019 für neueintretende Lehrer gilt, ist die Pflicht zur Fortbildung in der unterrichtsfreien Zeit bereits vorgesehen. "Fortbildung darf nur bei Vorliegen eines wichtigen dienstlichen Interesses mit Unterrichtsentfall verbunden sein", heißt es dort.

Zum Bericht des "Kurier".

 

(Red.)