Sowohl Regierung als auch Opposition verweigern die Vorentscheidung über den nächsten EU-Kommissionspräsidenten durch die EU-Wahl.
Die britischen Parteien boykottieren die Idee gemeinsamer Spitzenkandidaten für die Europawahl 2014. Die Labour-Partei werde im Wahlkampf keine Plakate mit dem europaweiten Kandidaten, dem EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz kleben, sagte Wahlkampfmanager Shakim Das der Nachrichtenagentur dpa in London.
Auch die europafreundlicheren Liberaldemokraten werden Wahlplakate mit dem liberalen Spitzenkandidaten Guy Verhofstadt meiden. "Wir haben uns entscheiden, nur für unseren Parteichef Nick Clegg zu werben", sagte ein Parteisprecher der dpa.
Die Konservativen um Premierminister David Cameron sind nicht Mitglied der Europäischen Volkspartei - eine direkte Unterstützung von deren Spitzenmann Jean-Claude Juncker scheidet deshalb aus.
Die großen Parteienfamilien in Europa haben sich in diesem Jahr erstmals entschieden, EU-weit Spitzenkandidaten ins Rennen zu schicken. Der Kandidat der bei den Wahlen siegreichen Partei soll im Herbst auch die Nachfolge von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso antreten. Die Kopplung ist umstritten.
Die Parteien hatten sich zu der Neuerung unter anderem entschieden, um dem vor allem auch in Großbritannien erhobenen Vorwurf zu begegnen, in Brüssel würden wichtige Positionen ohne demokratische Legitimation besetzt. Auf der Insel liegt in Umfragen derzeit die extrem europafeindliche Partei UKIP um ihren Parteichef Nigel Farrage vor allen etablierten Kräften.