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Heimische Wirtschaft mit schwächstem Wachstum seit 2008

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Dafür stieg die Arbeitslosenquote im Vorjahr kräftig an. Obwohl die Sparquote weiter sank, konsumierten die privaten Haushalte weniger.

Die heimische Wirtschaft hat im Vorjahr mit einem Wachstum von nur 0,4 Prozent die schwächste Entwicklung seit der Rezession 2008/09 gezeigt, als sie um 3,8 Prozent schrumpfte. Sowohl Investitionen als auch Konsum der privaten Haushalte verringerten sich 2013.

Die Arbeitslosenquote stieg kräftig und erreichte mit 7,6 Prozent einen neuen Höchstwert. Die Inflationsrate verringerte sich, blieb jedoch im europäischen Vergleich relativ hoch, so das Wirrtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Mittwoch in einem Rückblick.

Außenhandel verhalten

Der Außenhandel war 2013 sehr verhalten. Die Exporte erhöhten sich real um nur 2,8 Prozent, die Importe um nur 0,6 Prozent. Die Nachfrageflaute und die trüben Wirtschaftsaussichten hinterließen deutliche Spuren in der Investitionsbereitschaft. Die Bruttoanlageinvestitionen verringerten sich real um 0,9 Prozent, nachdem sie bereits 2012 mit 1,6 Prozent kaum gewachsen waren.

Aufgrund der nur geringen Steigerung der verfügbaren Einkommen schränkten die privaten Haushalte ihren Konsum leicht ein (-0,2 Prozent), obwohl die Sparquote neuerlich von 7,4 Prozent im Jahr 2012 auf 6,6 Prozent sank. Übrigens der niedrigste Wert seit dem Beginn vergleichbarer Berechnungen 1995. Auch der öffentliche Konsum bot mit einem Wachstum von 0,1 Prozent keine Stütze für die Inlandsnachfrage.

Arbeitslosigkeit nahm zu

Die Konjunkturschwäche und der Rückgang der Rohstoffpreise (vor allem Erdölprodukte) verringerten den Preisauftrieb in Österreich. Nach +2,4 Prozent im Jahr 2012 sank die Inflationsrate 2013 weiter auf zwei Prozent. Im Vergleich mit dem Durchschnitt des Euroraumes war sie jedoch recht hoch. Im gesamten Währungsgebiet stieg der harmonisierte Verbraucherpreisindex um 1,3 Prozent mit einer deutlichen Verlangsamung gegen Jahresende, während sich für Österreich eine Inflationsrate 2,1 Prozent ergab. In einigen Ländern des Währungsraumes zeigten sich sogar deflationäre Entwicklungen.

Der heimische Arbeitsmarkt litt unter der Konjunkturschwäche. Die Beschäftigung wuchs um lediglich 0,6 Prozent (+21.200) und damit langsamer als in den drei Jahren zuvor. Gleichzeitig war eine Zunahme der Arbeitslosigkeit zu beobachten (+26.600, +10 Prozent gegenüber dem Vorjahr), nach österreichischer Berechnungsmethode stieg die Arbeitslosenquote um 0,6 Prozentpunkte auf den neuen Höchstwert von 7,6 Prozent.

Die Bemühungen zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte und verschiedene Sondereffekte - etwa aus dem Verkauf von Mobilfunklizenzen oder der Abgeltungssteuer aus der Schweiz - ermöglichten eine Senkung des Budgetdefizits von 2,6 Prozent des BIP im Jahr 2012 auf 1,5 Prozent.

(APA)