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Fotos im Wiener Untergrund

Fotograf Lukas Arnold macht Foto-Führungen in einem Keller im ersten Bezirk.
Fotograf Lukas Arnold macht Foto-Führungen in einem Keller im ersten Bezirk.Jana Madzigon
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Der Fotograf Lukas Arnold veranstaltet Fotowalks. Dabei steigt er mit Interessierten in alte Wiener Keller, die sie fotografieren können. Einen hat er auch der „Presse“ gezeigt.

Der Stephansdom oder die Albertina sind für Lukas Arnold „schön und gut“. Der wahre Schatz Wiens ragt für ihn nicht in die Höhe, sondern befindet sich einige Meter unter der Erde.

Er meint die vielen alten Keller, die sich vor allem unter dem ersten Bezirk erstrecken. „Das ist für mich Wiener Geschichte“, sagt der Fotograf. Er bietet in den Gemäuern deshalb ab nächster Woche sogenannte Fotowalks an. Dabei steigt er mit einer Gruppe an Interessierten hinab in den Untergrund, wo sie Fotos von den „mystischen Orten“, wie er sie nennt, machen können. Daneben erzählt er von ihrer Geschichte.

Überreste aus dem 14. Jahrhundert

Aktuell bietet er Touren im Keller der Steindlgasse 2 an, die Grundmauern gehen hier auf das 14. Jahrhundert zurück. Er besteht aus vier Stockwerken. Im untersten befindet man sich 15 Meter unter der Erde. Man glaubt fast, Stein und Staub in der kühlen Luft zu riechen. Ohne Taschenlampe ist es stockdunkel. „Bei den Stufen muss man gut aufpassen“, sagt Arnold. Sie sind uneben und bedeckt mit Staub – und werden damit zur Stolperfalle.

Keller wie diese gebe es in der Inneren Stadt viele, erzählt der 24-Jährige. In diesem guten Zustand ist dieser aber nur, weil sich der Hausbesitzer auch darum kümmert. So war das unterste Geschoß, als dieser das Haus übernommen hatte, fast völlig mit Ziegeln verschüttet. Der Besitzer räumte es aus. „Mehrere Tonnen Steine hat er nach oben geschafft“, sagt Arnold. In dem Geschoß befindet sich auch ein schmaler Gang. Dieser sei während des Zweiten Weltkriegs entstanden, erzählt der Geschichtsinteressierte. Und zwar war er Teil des sogenannten Luftschutz-Raum-Netzes in Wien. Damit sollte man sich auch bei Bombenalarmen in der Bundeshauptstadt fortbewegen können – nur eben unterirdisch. Teilweise findet man an Mauern auch noch Richtungsanzeigen. So konnten sich die Menschen im Untergrund orientieren.

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