Es wird ein bisschen schlechter. Das trifft ganz gut den Zustand der österreichischen Schulen.
Mobbing in der Schule

Wie man eine gute Lehrerin zerstört

Michaela verstand nicht, dass man sich mit qualitätsvoller ­Arbeit, die Kindern und Eltern guttat, ins Aus katapultieren konnte. Ihre Projekte wurden dem Schulleiter und der Mehrheit der Kollegen lästig. Zu deutlich hob sich Michaela von ihnen ab.

Michaela Winter ist nicht bitter. Sie erzählt mir ihre Geschichte ohne Wehleidigkeit. 25 Jahre lang war sie an ver­schiedenen Schulen Ober­österreichs tätig. Hat an Volks- und Mittelschulen unterrichtet. Sie will ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen. Sagt sie und lacht dabei. Ihr Elan begeistert die Jugendlichen. Sie schafft es mit ihrer Persönlichkeit, die Kids für komplexe naturwissenschaftliche Projekte zu inter­essieren, punktet aber auch mit alternativen Unterrichtsformen. Das Material dafür kauft sie selbst. Michaelas Unterrichtszeit beginnt um 7.30 Uhr und endet – spät. Wenn sie nicht Material erstellt, berät sie Eltern und Schüler (sie hat auf eigene Faust und Kosten das ­psychotherapeutische Propädeutikum gemacht). Sie ist Waldorf-Pädagogin und Mentorin für jüngere Kollegen am Beginn ihrer Dienstzeit. Der Umgang mit ihr ist angenehm, die besserwisserische Attitüde, die wir oft als lehrerhaft wahrnehmen, ist ihr völlig fremd. Die Schüler freuen sich auf sie.


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