Raubkunst

Drei Schiele-Werke in USA beschlagnahmt

Bei „Russischer Kriegsgefangener“, „Mädchen mit schwarzem Haar“ und „Porträt eines Mannes“ soll es sich um Raubkunst handeln
Bei „Russischer Kriegsgefangener“, „Mädchen mit schwarzem Haar“ und „Porträt eines Mannes“ soll es sich um Raubkunst handelnAFP/CHRIS DELMAS
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Es gebe einen „hinreichenden Grund zur Annahme“, dass die Bilder dem im KZ umgekommenen Fritz Grünbaum gestohlen wurden, so die Staatsanwaltschaft. Konkret handelt es sich um die Bilder „Russischer Kriegsgefangener“, „Mädchen mit schwarzem Haar“ und „Porträt eines Mannes“.

New Yorker Ermittler haben drei Kunstwerke von Egon Schiele in drei amerikanischen Museen beschlagnahmen lassen. Es bestehe demnach „hinreichender Grund zur Annahme“, dass die Bilder dem 1941 im KZ umgekommenen jüdischen Kunstsammler und Kabarettisten Fritz Grünbaum von den Nazis gestohlen wurden. Der Staatsanwaltschaft zufolge würden die Werke drei Erben nach Grünbaum zustehen, berichtet die „New York Times“.

Konkret handelt es sich um die Aquarelle „Russischer Kriegsgefangener“ (1916), und „Mädchen mit schwarzem Haar“ (1911) sowie die Bleistiftzeichnung „Porträt eines Mannes“ (1917). Laut Tageszeitung „Kurier“ vom Freitag schätzt man deren Wert insgesamt auf 3,75 Millionen Dollar (3,49 Mio. Euro). Die Sicherstellungen erfolgten im Art Institute in Chicago, im Carnegie Museum in Pittsburgh und dem Allen Memorial Art Museum am Oberlin College in Ohio, so die „New York Times“.

Untersuchung von etwa einem Dutzend Schiele-Werke

Die Beschlagnahmungen sind der Behörde zufolge Teil einer laufenden Untersuchung von etwa einem Dutzend Schiele-Werken, die mutmaßlich von den Nazis geraubt worden sind. Mit dem Schritt soll die strafgerichtliche Klärung ermöglicht werden. Näher wollte man sich nicht äußern.

Die Erben Grünbaums fordern die Rückgabe mehrerer Schiele-Werke und haben im vergangenen Jahr in New York Klagen eingereicht. Davon betroffen ist auch die Republik Österreich, die Albertina und das Leopold Museum. Österreichische Provenienzforscher haben sich bereits eingehend mit der Herkunftsgeschichte der Kunstwerke befasst. An den Kriterien des Kunstrückgabegesetzes orientiert fanden sich keine Belege für eine Beschlagnahme durch die NS-Behörden oder für nichtige Rechtsgeschäfte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. (APA)

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