Kleine Schwarze

Londoner Ausstellung blickt auf Modeikone Coco Chanel

 „Gabrielle Chanel, Fashion Manifesto“ im V&A Museum in London.
„Gabrielle Chanel, Fashion Manifesto“ im V&A Museum in London. AFP/JUSTIN TALLIS
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Das V&A Museum widmet sich Coco Chanel, der Erfinderin des „Kleinen Schwarzen“, die aus ärmlichen Verhältnissen stammend ein Modeimperium erschuf.

Sie machte das kleine Schwarze bekannt, war nie verheiratet und schuf ein Imperium: Designerin Gabrielle „Coco“ Chanel (1883-1971) wurde zu einer der Modeikonen des 20. Jahrhunderts. Ein Londoner Museum widmet ihr nun eine große Ausstellung. „Chanel, die gerne ihre eigenen Entwürfe trug, hat Kleidung für aktive, unabhängige Frauen wie sich selbst geschaffen“, schreiben die Kuratoren des Victoria and Albert Museums.

Die Französin wurde in arme Verhältnisse geboren, eröffnete später ein Hutgeschäft und schuf bald auch andere Kleidungsstücke. Im Jahr 1926 sei ihr „kleines schwarzes Kleid“ so erfolgreich gewesen, dass es die amerikanische „Vogue“ analog zu dem beliebten Automodell als den „Ford“ der Kleider bezeichnet habe, heißt es in der Ausstellung.

Die Ausstellung ist von 16. September 2023 bis 25. Februar 2024 zu sehen.
Die Ausstellung ist von 16. September 2023 bis 25. Februar 2024 zu sehen.AFP/JUSTIN TALLIS

Unter Chanels Namen wurde auch Parfüm im eckigen Flakon verkauft, das selbst der britischen Königin Elizabeth II. zusagte. Chanel experimentierte auch mit neuen Stoffen. Ein Porträt in der Ausstellung zeigt sie als Frau mit dunklen Haaren, Perlenkette und ernstem Blick. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet sie wegen Kontakten zu Deutschland unter Verdacht.

Sie soll eine Liebschaft mit dem Deutschen Hans Günther von Dincklage gehabt haben, und die Nazis sollen sie - womöglich ohne ihr Wissen - mit dem Codenamen „Westminster“ als vertrauenswürdige Quelle eingestuft haben, wie es in der Ausstellung heißt. Angeblich soll Chanel versucht haben, für die Deutschen einen Draht zum britischen Premier Winston Churchill aufzubauen. Noch während des Kriegs habe sie sich dann dem französischen Widerstand angeschlossen.

Bei der Ausstellung handelt es sich um die erste über Coco Chanel in Großbritannien.
Bei der Ausstellung handelt es sich um die erste über Coco Chanel in Großbritannien. AFP/ JUSTIN TALLIS

Nach dem Krieg kehrte Chanel irgendwann zur Mode zurück. Sie entwarf unter anderem die berühmten Kostüme, die bis heute mit ihrem Namen verbunden sind. Die Kleidungsstücke in der Ausstellung legen nahe, dass sich Frauen darin besonders fühlen konnten. Die Ausstellung, die am 16. September öffnet, ist dem Museum zufolge die erste über Coco Chanel in Großbritannien.  (APA/dpa) 

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