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ört man in die Wiener Bezirke hi nein, kommt die Klage über die "Hundstrümmerln" - unausweichlich. Trotzdem: Die meisten Wiener (so viel Verallgemeinerung sei erlaubt) lieben ihre Hunde. Es kann kein Zufall sein, dass "Kommissar Rex" in Wien ermittelt: Der sehr, sehr gescheite Schäferhund löst Kriminalfälle praktisch im Alleingang, degradiert sein Herrl zum Statisten und sein Frauerl zum weiblichen Aufputz der TV-Serie. Doch ein Streitpunkt der Debatte um ein einheitliches Tierschutzgesetz (Seite 12) raubt uns die Vorstellung von gescheiten Polizeihunden und von Herrln, die nur mit Wurstsemmeln erziehen: Gestritten wird um Strom. Beim Abrichten, so sagt die (echte) Polizei, seien leichte Stromstöße ganz praktisch.
Besonders heftig wird das spannungsgeladene Thema in der Diensthundeabteilung der Wiener Polizei debattiert. Sollen Hunde weiter mit dem Elektro-Impuls-Halsband trainiert werden? Damit kann der Hundeführer seinem Tier (per Funk) einen Impuls (hier reichen die Begriffe von "Stromschlag" bis hin zu "leichtes Kribbeln") geben. So wird dem Hund bedeutet, dass er umzukehren hat.
Im neuen Tierschutzgesetz will man Impuls-Halsbänder verbieten, Polizei und Bundesheer sollen davon ausgenommen sein. Beim Heer will man freiwillig verzichten. Dass die Polizei sich mit Hunden gut auskennt, ist unbestritten. Aber es wär' halt sympathisch, würde sie sich am Heer orientieren.
manfred.seeh@diepresse.com