D
a kann ich nur sagen, mit Verlaub, der hat wirklich einen Vogel." Adressat dieser Bemerkung ist, mit Verlaub, Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider. Also jemand, der auch kräftig austeilt. Und weiter: Haider "soll sich mit seinem Annäherungsversuch über die Häuser hauen" (Wiener Vorstadt-Jargon: jemandem wird eine Abfuhr erteilt). Der Schöpfer der Zitate ist - erraten - Wiens Stadtoberhaupt Michael Häupl. Dieser hat zuletzt vor SP-Gewerkschaftern Gemeinsamkeiten mit seinem Kärntner Pendant bewiesen: Beide bedienen sich - je nach Publikum - einer, sagen wir, sehr rustikalen Sprache.
Weitere Wortspenden (ganz im Haider'schen Aschermittwoch-Stil) - an Karl-Heinz Grasser: Der Finanzminister sei einer von denen, "die der Papa zuerst gestopft hat - und dann der Schüssel". An Außenministerin Benita Ferrero-Waldner: Mit 101 Staatsoberhäuptern reden zu können, sei "wie wenn man mit 101 Dalmatinern redet". In der Rückblende (August 1999) dürfen die "mieselsüchtigen Koffer" (gemeint vor allem die ÖVP), die so herum rennen", nicht fehlen. Nein, ein Wiener Bürgermeister muss nicht im Schönbrunner Deutsch parlieren. Aber jeden "Kölch" (ein Häupl-Lieblingswort, wienerisch für Kohlgemüse, figural: Streit) in bewusst derber Rede auszutragen, ist eine Watsch'n (Pardon, Ohrfeige) für jene, die Respekt vor dem Amt eines Wiener Bürgermeisters haben.
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