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lar gibt es sie noch, die Grün-Alter nativen mit Strickpullis, Jesus-San dalen und Henna im Haar. Aber sie werden nach und nach verdrängt. Und zwar von den eigenen Leuten. Die Rede ist hier von jener Grün-Generation, der auch "die Neue", Maria Vassilakou, angehört: Man, Pardon, frau gibt sich modisch-schick, ein bisschen ladylike - jedenfalls viel lieber im Business-Look, als in blümchenhafter Second-Hand-Anmutung.
Kein Zufall. Sie, die gebürtige Griechin, die sich erst einen geschmacklosen Fehltritt geleistet hatte, nämlich als sie seinerzeit im Gemeinderat nach der "unterirdischen" Angelobung der Regierung Schüssel/Riess-Passer gemeint hatte, das Kabinett gehöre ohnedies "unter die Erde", will sich tatsächlich dem Business widmen. Sie will dem Handel ein Angebot machen, sich die Sorgen der - vor allem - kleinen und mittleren Kaufleute anhören, kurzum Wirtschaftskompetenz demonstrieren.
Abgesehen von politischen Inhalten: Schick sein, heißt urban sein; heißt, die junge, "zeitgeistige" Wählerschicht anzusprechen. Das läuft derzeit ganz gut bei den Wiener Grünen - haben sie doch bei der EU-Wahl die Wiener VP auf Rang drei verwiesen.
Wie es bei Maria Vassilakou läuft, die nun offizielle Spitzenkandidatin der "Ökopartei" ist, bleibt abzuwarten. Ist ihre "kantige Oppositionspolitik" mehr als eine Worthülse? Fischt sie erfolgreich nach den "neuen Selbstständigen"? Wenn nicht, bleibt das Brechen der absoluten SP-Mehrheit und damit die Aussicht auf den - schicken - Posten einer Wiener Vizebürgermeisterin ein Traum.
manfred.seeh@diepresse.com