Umweltpolitik

Europa erstickt im Papierverpackungsmüll

Papier statt Plastik: Das ist nicht automatisch die ökologischere Wahl, um Lebensmittel zu verpacken.
Papier statt Plastik: Das ist nicht automatisch die ökologischere Wahl, um Lebensmittel zu verpacken.Getty Images
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Papierverpackungen gelten als schonende Alternative zu Kunststoff. Tatsächlich aber verschärfen sie das Abfallproblem der EU. Vor allem im Lebensmittelsektor ist das Recycling von Papier fast durchwegs unwirtschaftlich.

Mit einem lebensnahen Beispiel illustrierte Frans Timmermans im Jänner 2018 den Ausweg aus der Plastikmüllkrise. „Wenn Kinder wüssten, was die Auswirkungen von Strohhalmen aus Einwegplastik sind, würden sie Papierstrohhalme oder gar keine Strohhalme verwenden“, sagte der damalige Vizepräsident der Europäischen Kommission zum britischen „Guardian“. Die Kommission hat Timmermans mittlerweile verlassen, um bei den niederländischen Parlamentswahlen zu kandidieren. Doch das Argument, Plastikverpackungen durch solche aus Papier zu ersetzen und damit des Einwegmüllproblems Herr zu werden, formt noch immer das Denken der politischen Entscheider in Brüssel und den Mitgliedstaaten.

Bloß ist das ein Trugschluss. Papiermüll trägt mit großem Abstand am meisten zum Verpackungsabfall in der EU bei – und das Wachstum von Internethandel sowie Essenslieferungen verschärfen das Problem, zeigt eine dieser Tage veröffentlichte umfassende Studie des European Environmental Bureau, eines Zusammenschlusses europäischer Umweltschutzorganisationen (darunter aus Österreich das Öko-Büro und der Umweltdachverband).

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