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Kündigungen: Emco verlagert nach Tschechien

4,70 Euro statt 24 Euro pro Arbeitsstunde: Eigentümer Mirko Kovats verlagert die Fertigung von Hallein nach Tschechien. 60 Arbeitsplätze gehen verloren.

SALZBURG (red). Der Geschäftsführer der Halleiner Maschinenbauers Emco, Herbert Moser, begründet die Verlagerung von Hallein nach Zebrak (Tschechien) und Magdeburg mit nicht mehr zu rechtfertigenden Lohnkosten. Man beschreite nur den Weg, den zahlreiche (west-)deutsche Mitbewerber schon gegangen sind.

Gewerkschaft: Bis zu 80 Kündigungen

"Wir führen heuer ein striktes Kostensenkungsprogramm durch. Im laufenden Jahr 2004 sollen per Saldo 60 Mitarbeiter abgebaut werden", bestätigte Emco-Geschäftsführer Herbert Moser. 25 Kündigungen oder einvernehmliche Auflösungen seien bereits im Laufen. Die Gewerkschaft spricht von bis zu  80 Arbeiter und möglicherweise 30 bis 40 Angestellten.

2005 wahrscheinlich weiterer Abbau

"In Hallein rechnen wir mit 24 Euro brutto pro Arbeitsstunde, in unserem Werk in Zebrak mit 4,70 Euro und in Magdeburg dank der hohen Förderungen mit 16 Euro", begründet Moser die Auslagerung. Für 2005 deutet alles auf einen weiteren Abbau hin: "Wenn Maschinen ausgelagert werden, kann ich nicht sagen, dass der Arbeiter dahinter seinen Platz behält. Da brauchen wir uns nichts vorzumachen“, sagte Moser.

 Betriebsrat: „Absoluter Wahnsinn“

"Das ist ein absoluter Wahnsinn", sagte Erich Kasperer, Betriebsratsvorsitzender der Arbeiter. Nach vielen Gerüchten in den letzten Monaten sei es wenigstens erfreulich, dass "jetzt einmal alles auf Tisch kommt".

Arbeitsstiftung für Emco-Mitarbeiter

Salzburgs Sozial-Landesrat Walter Blachfellner und AMS-Chef Erwin Buchinger betonten in einer Aussendung, dass für die betroffenen Mitarbeiter eine Arbeitsstiftung mit Höherqualifizierungsmaßnahmen eingerichtet werden soll. Voraussetzung für die Einrichtung eines Sozialplanes sei aber, dass sich Emco mit mindestens 50 Prozent an den Kosten beteiligt. So sehe es auch ein entsprechender Beschluss der Landesregierung vor. Emco-Eigentümer Mirko Kovats hat laut Blachfellner allerdings vor einem Monat - als die Stellenabbaupläne durchgesickert waren - eine Arbeitsstiftung für die betroffenen MitarbeiterInnen "ohne nachvollziehbare Begründung" ausgeschlossen.