Köst-Senkung: Handelsbetriebe profitieren am meisten

Für Personengesellschaften zahlt es sich ab 300.000 Euro Jahresgewinn aus, eine Umgründung zu überlegen.

Wien (schell). International tätige Wirtschaftsprüfer sind überzeugt, dass die Absenkung der Körperschaftssteuer (Köst) von 34 auf 25 Prozent standortpolitisch das wichtigere Signal war als eine ebenfalls diskutierte Lohnnebenkostensenkung. Begründung: Die Steuerspirale drehe sich allerorts nach unten und wegen einem Prozentpunkt weniger Lohnnebenkosten würden sich ausländische Betriebe nicht stärker für Österreich interessieren, so die Experten von KPMG und PriceWaterhouseCoopers (PWC) unisono.

Das mit der Köst-Senkung ausgelöste Signal werde im Ausland auch schon empfangen, meint Friedrich Rödler von PWC. Insbesondere bei deutschen Unternehmen. Schon allein deshalb, weil die effektive Köst-Belastung in Österreich laut einer IHS-Studie ab 2005 bei rund 22 Prozent liegen werde, in Deutschland aber bei 36 Prozent ("Die Presse" berichtete).

Das heiße aber nicht, dass Österreich nun von ausländischen Firmen gestürmt werde: "Siemens wird seine Konzernzentrale nicht von München nach Wien verlagern. Aber viele Konzerne werden es sich überlegen, Teilbereiche nach Österreich zu verschieben", meint Hans Zöchling von KPMG.

Nicht gering zu schätzen ist laut Rödler der Umstand, dass die von heimischen Kapitalgesellschaften gehegten Abwanderungspläne in die Slowakei nun weniger attraktiv wären. Die Experten warnen aber davor, alle Betriebe über einen Kamm zu scheren. Kräftig Boden gut machen können ab 2005 heimische Handelsbetriebe. Die effektive Köst-Belastung sinkt von 33 auf auf 26 Prozent und damit nahezu auf slowakisches Niveau. Produktionsbetriebe kommen ebenfalls in den Genuss einer signifikanten Absenkung der effektiven Köst-Belastung (von 30 auf 22 Prozent). Allerdings werden sie in der Slowakei wegen günstiger Abschreibungsregeln für Investitionen in das Anlagevermögen effektiv mit nur 13 Prozent Köst belegt.

Eine Umgründungswelle von Personen- in Kapitalgesellschaften sehen die Experten in Österreich nicht. Erst wenn der erwartete Gewinn über mehrere Jahre hinweg 300.000 Euro übersteige, zahle es sich aus, darüber nachzudenken, meint Rödler.


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