Bis 2006 will die österreichische Post auch in Tschechien, Ungarn, Rumänien und Bulgarien Paketzustellung anbieten.
Zagreb. 3,3 Mill. Pakete - 75 Prozent mehr als 2002 - hat die österreichische Post im vergangenen Jahr in Slowenien, Kroatien und der Slowakei befördert. Für heuer werden 4,5 bis 5 Millionen Sendungen erwartet. Das ist zwar im Vergleich zu Österreich, wo die Post im Jahr rund 40 Millionen Pakete bewegt, wenig. Dennoch ist Post-Generaldirektor Anton Wais mit den Ost-Ergebnissen sehr zufrieden.
Im Mai 2002 hat die österreichische Post in Slowenien und der Slowakei begonnen, Pakete von Unternehmen an Unternehmen (B2B) zuzustellen. Kroatien kam erst vor kurzem, im Dezember 2003, durch den Kauf der Nummer zwei am Markt ("Overseas Express") dazu.
In allen drei neuen Märkten zusammen werden 370 Mitarbeiter beschäftigt, der Umsatz lag 2003 knapp unter 20 Mill. Euro. Wie viel Geld die neuen Töchter kosteten, wollte Wais nicht sagen. Die Investitionen dürften sich aber im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich bewegen.
Bis 2006 sollen auch noch in Tschechien, Ungarn, Rumänien und Bulgarien solche Dienste aufgebaut werden. Zudem wird noch überlegt, in Osteuropa in das Briefgeschäft einzusteigen, indem adressierte und unadressierte Werbesendungen zugestellt werden.
In der Slowakei wurde bereits mit der Beförderung von Versandhaus-Bestellungen zu Endkunden begonnen, auch in Kroatien und Slowenien will man sich in Zukunft um diesen Bereich bemühen. "Wir wollen ein Ansprechpartner für ganz Südosteuropa werden", sagte Wais. Außerdem habe die Post durch ihr Engagement in diesen Ländern eine Wachstumsstrategie.
Die österreichische Post schaffe es, durch hohes Service und pünktliche Zustellung den lokalen Marktführern Kunden im lukrativen Geschäftskundenbereich wegzunehmen, sagte Wais bei der Besichtigung der Zagreber Tochter vor österreichischen Journalisten.
"Da wäre es besser gewesen, wir hätten das Geld auf einem Sparbuch angelegt."
Post-Generaldirektor Anton Wais über die B2B-Beteiligungen der Post in Österreich
In Österreich hingegen läuft der B2B-Paket-Bereich für die Post alles andere als erfolgreich. 1996 hat sich die Post an drei Unternehmen in diesem Bereich in Österreich beteiligt und verzichtet seither im Gegenzug auf dieses Geschäft. Knapp 40 Mill. Euro wurden damals für die Anteile bezahlt, pro Jahr werfen diese Beteiligungen nun rund 2,5 Mill. Euro Dividende ab. "Da wäre es besser gewesen, wir hätten das Geld auf einem Sparbuch angelegt", kritisiert Wais die Entscheidung seiner Vorgänger. Was nun genau passieren soll, ist noch nicht entschieden. Es gilt als durchaus möglich, dass die Post ihren 30-prozentigen Anteil verkauft und selbst die B2B-Paket-Beförderung wieder aufnimmt.
Eine De-Investition hat die Post übrigens auch bei ihrer Unternehmenszentrale vor: Das Gebäude in der Wiener Postgasse soll heuer noch verkauft werden. "Das Haus würde sich als ehemaliges Kloster hervorragend für ein Hotel eignen", sagte Wais. Die neue Zentrale, mit deutlich weniger Quadratmetern Bürofläche pro Mitarbeiter, soll in U-Bahn-Nähe sein. Wo genau, wurde nicht verraten.