Anti-Stress

Was steckt hinter angstlösenden Pflastern?

Wir leben in herausfordernden Zeiten. Ängste sind da keine Seltenheit. (Symbolbild)
Wir leben in herausfordernden Zeiten. Ängste sind da keine Seltenheit. (Symbolbild)IMAGO/Gary Waters
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Auf dem Handgelenk getragene Pflaster versprechen Beruhigung. Auch Herzogin Meghan trägt sie.

Wir leben in unruhigen Zeiten. Kein Wunder, dass die Industrie mit angstlösenden und beruhigenden Präparaten boomt und auch Einzug in die Lifestyle-Welt gehalten hat. Doch egal ob Gewichtsdecke, Meditations-Apps oder CBD in allen erdenklichen Formen von Badebombe bis Gummibären: Ängste sind nicht zuletzt auch ein lukratives Geschäft.

Relativ neu im Sortiment sind sogenannte Anti-Stress-Pflaster, die schon Herzogin Meghan im Sommer trug. Die Pflaster der Marke „NuCalm Pro“ sollen über eine „neuroakustische Technologie“ verfügen und Biosignale und Frequenzen aussenden, die den Körper beruhigen.

Studien oder Daten, die beweisen, dass diese Pflaster wirklich helfen, gibt es kaum. Eine Studie der Firma „NuCalm“ selbst will die Effektivität an nur 20 Personen bewiesen haben. Ihnen wurde der Sticker auf den Kopf geklebt, dabei trugen die Teilnehmer Augenmasken und es wurde beruhigende Musik gespielt.

„Wenn ich Ihnen eine Augenmaske aufsetze und beruhigende Musik spiele und sie zehn Minuten ruhig sitzen, dann werden sie sich besser fühlen, ihre Herzfrequenz wird sinken“, meint eine Expertin im Gespräch mit „Huffpost“. Wenn man dabei ein Pflaster trägt, kann es zu einer Art Pawlowschen Reaktion kommen, wenn man das Pflaster mit dieser Beruhigung, Atemübungen und Meditation verbindet.

Schlüssel zum Atmen

Es gibt aber auch noch andere Pflaster, die beispielsweise nur durch das Aufkleben schon helfen sollen. Indem man etwa die Muster des Pflasters mit den Fingern nachfährt und dazu bestimmte Atemübungen macht. Diese Pflaster dienen mehr dazu, dass man an die Atemübungen erinnert wird.

Atmen ist besonders bei Angstzuständigen ein wichtiges Mittel, denn das Atmen steht in direkter Verbindung zur Angst. Sind wir ängstlich, gerät das autonome Nevensystem durcheinander, tiefe und kontrollierte Atemübungen helfen dabei, den Körper wieder in einen Ruhezustand zu bringen, der die Entspannung fördert.

Meditation und Atemübungen würden zwar ganz abgesehen von einem Pflaster bei Anstzuständen wirken, Pflaster können aber zumindest als Aufforderung dienen, ein paar Mal tief durchzuatmen und im Moment zu bleiben. Das ist aber auch alles. Beweise, dass Pflaster irgendwelche Schwingungen verändern, gebe es hingegen nicht. Und auch eine schnelle Lösung für Probleme sind sie nicht, so das Fazit der Experten. (chrile)

>>> HuffPost

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