Dänemark

Leerer Rahmen: Künstler betrügt Museum um 70.000 Euro

„Take the Money and Run“ des dänischen Künstlers Jens Haaning hätte ursprünglich anders aussehen und heißen sollen.
„Take the Money and Run“ des dänischen Künstlers Jens Haaning hätte ursprünglich anders aussehen und heißen sollen. RITZAU SCANPIX/Reuters
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Ein Künstler sollte ein früheres Kunstwerk mit Geldscheinen nachbilden, lieferte letzten Endes aber nur leere Rahmen ab. Er beruft sich auf die Kunstfreiheit.

Eigentlich sollte er ein Kunstwerk mit Geldscheinen ausstellen – doch am Ende lieferte ein dänischer Künstler nur leere Rahmen ab und steckte mehr als 70.000 Euro in die eigene Tasche. Ein Gericht in Kopenhagen befand Jens Haaning am Montag schuldig und verurteilte ihn zur Rückzahlung des fast gesamten Geldes an das betroffene Museum, konkret 492.549 Kronen (rund 66.000 Euro).

Das „Kunsten“-Museum von Aalborg im Westen Dänemarks hatte Haaning 2021 das viele Bargeld zur Verfügung gestellt. Er sollte ein früheres Kunstwerk nachbilden, für das er den Jahreslohn in Dänemark und Österreich in Kronen und Euro in Geldscheinen auf zwei Leinwände geklebt hatte.

Unverblümter Werktitel

Aus der Neuauflage des Werkes wurde aber nichts: Als Museumsmitarbeiter die Transportbehälter öffneten, stellten sie fest, dass die Rahmen leer waren. Zugleich hatte Haaning sein Werk in „Take the Money and Run“, zu Deutsch „Nimm das Geld und verschwinde“, umbenannt.

Das Museum stellte die leeren Rahmen trotzdem aus. Anfangs habe er laut gelacht, als er die beiden leeren Leinwände und den Titel gesehen habe, sagte Museumsdirektor Lasse Andersson nun der Nachrichtenagentur AFP. Er habe damals beschlossen, die Werke ohne Inhalt zu zeigen, denn sie einen „humoristischen Ansatz“ gezeigt und seien „eine Reflexion“ darüber gewesen, „wie wir Arbeit wertschätzen“. 

Das Museum forderte von Haaning aber das Geld zurück. Nur seine Arbeitskosten und eine Ausstellungsprämie sollte er behalten dürfen. Der 58-Jährige dagegen berief sich auf die Freiheit der Kunst und argumentierte, das Museum habe unter anderem durch die mediale Aufmerksamkeit viel mehr Gewinn gemacht, als es investiert habe. (APA/red)


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