Wirtschaftswachstum

Weltwirtschaft: Nach schwachem Jahr 2023 kommt noch schwächeres 2024

Containerschiffe im Hamburger Hafen. Deutschland wird 2023 in die Rezession rutschen.
Containerschiffe im Hamburger Hafen. Deutschland wird 2023 in die Rezession rutschen.Imago / Rupert Oberhäuser
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Das globale Wirtschaftswachstum wird im kommenden Jahr noch schwächer ausfallen als heuer, so die OECD. Ein besonders negativer Ausreißer ist dabei Österreichs wichtigster Handelspartner Deutschland.

Wien. Deutschland wird heuer in die Rezession rutschen. Dieser Prognose schließt sich nun auch die Industrieländerorganisation OECD an, die am Dienstagvormittag ihren aktuellen Weltwirtschaftsausblick veröffentlichte. Demnach wird Österreichs wichtigster Handelspartner heuer eine um 0,2 Prozent schrumpfende Wirtschaft hinnehmen müssen und damit im ohnehin nicht wachstumsstarken Europa die rote Laterne haben. Zum Vergleich: Frankreich kann zumindest um ein Prozent zulegen und auch die italienische Volkswirtschaft soll um 0,8 Prozent wachsen. Für die gesamte Eurozone bedeutet das ein Plus von 0,6 Prozent.

Global gesehen ist Europa damit wie so oft eine der am geringsten wachsenden Regionen. Die globalen wirtschaftlichen Impulse kommen aus den USA (plus 2,2 Prozent), China (plus 5,1 Prozent) oder Indien (plus 6,3 Prozent. Und selbst das von Sanktionen betroffene Russland kann mit einem Wachstum von 0,8 Prozent ein höheres Plus als die Eurozone vorweisen, wenngleich in dieser Zahl auch die Rüstungswirtschaft enthalten ist, die vom Krieg sogar profitiert.

Schwaches Jahr für die gesamte Welt

Ein starkes Jahr wird 2023 laut OECD aber für die gesamte Welt nicht werden. So geht das Wirtschaftswachstum am Planeten von 3,3 Prozent im Vorjahr auf drei Prozent zurück. Und so soll es auch 2024 weitergehen, für das nur mehr ein Plus von 2,7 Prozent erwartet ist. Grund dafür ist die Doppelmühle aus anhaltend hoher Inflation bei gleichzeitig bereits stark angehobenen Zinsen. Letztere sind notwendig, um die Nachfrage zu drosseln und so den Preisauftrieb einzufangen. Allerdings sorgt dies auch dafür, dass die Wirtschaft in Summe abgewürgt wird. Laut Ökonomen ist das nun der Preis, der für die Jahre des billigen Geldes zu zahlen ist.

Für Europa bleibt hier lediglich der Trost, dass sich die Abstände zwischen den globalen Regionen im kommenden Jahr verschieben werden. Dann soll die Eurozone nämlich wieder stärker zulegen und sogar auf ein Wachstum von 1,1 Prozent kommen, prognostizieren die OECD-Ökonomen. Gleichzeitig sollen die Auswirkungen der hohen Zinsen in den USA erst im nächsten Jahr richtig durchschlagen, weshalb dort die Zuwachsrate auf 1,3 Prozent zurückgeht. Und auch China soll 2024 mit plus 4,6 Prozent deutlich schwächer dastehen als heuer.

Doch trotz der wenig erbaulichen Aussichten empfiehlt die OECD, den Kurs einer strengen Geldpolitik weiterzuverfolgen. Erst wenn es klare Signale gebe, dass der Inflationsdruck nachhaltig nachgelassen habe, solle es hier zu einer Änderung kommen. Die Zinskurve sehen die Ökonomen der Industrieländer-Organisation jedoch bereits in den meisten Weltregionen, darunter auch die USA sowie die Eurozone, in der Nähe ihres schlussendlichen Höchststandes.


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