Aktie der Woche im Check

Prosus ist weltweit prominent aktiv - wird nun auch die Aktie bald abheben?

Das Prosus-Logo auf einem Smartphone in Brasilien.
Das Prosus-Logo auf einem Smartphone in Brasilien.IMAGO
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Die Beteiligungsgesellschaft Prosus ist selbst nicht so bekannt. Aber sie hat renommierte Beteiligungen weltweit. Nun vereinfacht sie die Struktur und hat gleich auch noch einen neuen Chef bekommen. Die Aktie gilt als verdammt billig. Soll man sie kaufen?

Wenn eine Aktie binnen eines Tages über 50 Prozent absackt, schrillen die Alarmglocken. Normalerweise. Bei Prosus, einem der weltweit größten Tech-Investoren mit Sitz in Amsterdam, sind es freilich positive News, die am vorigen Donnerstag den Kursabschlag um knapp 54 Prozent auf 29,8 Euro ausgelöst haben. Eigentlich war es kein „echter“ Kursrutsch, vielmehr gibt Prosus, der am Montag auch den Konzernchef auswechselte, neue Aktien mit Bezugsrecht für die bisherigen Aktionäre im Verhältnis 1:2,1796 aus. Mit dieser Aktion, die einem Aktiensplit gleichkommt, setzt die 2019 vom südafrikanischen Naspers-Konzern gegründete Beteiligungsgesellschaft ihren Plan um, die bisher komplexe Kapitalstruktur aufzulösen und so der lange unterbewerteten Aktie neuen Schub zu verleihen.

Die Anleger applaudierten. Am Freitag stieg der Kurs zeitweise über 30 Euro. Damit steht im 52-Wochen-Vergleich ein Kursgewinn von knapp zehn Prozent.

Vereinfachung der Konzernstruktur

Naspers wird keine neuen Aktien erwerben, sodass der Streubesitz der Prosus-N-Aktie deutlich steigt. Naspers erhält aber nicht an der Börse gehandelte Anteile mit Mehrfachstimmrecht, sodass die Südafrikaner 43 Prozent behalten und weiter das Sagen haben. Naspers hatte 2021 die Überkreuzstruktur eingeführt. Schon 2019 hatte der Konzern seine große Beteiligung am chinesischen Internetriesen Tencent an Prosus ausgelagert und die Firma an die Börse gebracht. Damit sollte der Zugang zum Kapitalmarkt verbessert werden. Die komplizierte Struktur war bei Anlegern jedoch seit jeher unbeliebt, weshalb der Aktienkurs unter den Nettovermögenswert (NAV) der Beteiligungen lag. Diesen bezifferte Prosus mit 100 Euro je Aktie. Kommt nun die Zeit, da das Papier von Anlegern richtig entdeckt wird?

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