Eine unliebsame Protagonistin im Berliner Künstlermilieu kämpft ausichtslos mit ihrer Schreibblockade: ein gelungenes Debüt.
Der Künstler als sadistischer Egomane, als neurotischer Trinker, das ist kein unglaublich originelles Bild. Aber wenn daraus eine junge Drehbuchautorin im heutigen Berliner Künstlermilieu wird, gewinnt die Erzählung doch an Aktualität. Die 24-jährige Schriftstellerin Nora Haddada macht Lesenden mit ihrem Debütroman „Nichts in den Pflanzen“ ein seltenes Geschenk: Sie gibt ihnen eine Protagonistin, an der sie sich so richtig schön reiben können. Filmkunstabsolventin Leila ist nämlich beileibe keine Sympathieträgerin, und doch birgt sie einiges an Identifikationspotenzial.