Die EU-Staats- und Regierungschefs kamen sich bei den Verhandlungen nur mühsam näher.
Brüssel. Die Risse in der Europäischen Union konnten beim EU-Verfassungsgipfel nicht gänzlich gekittet werden. Zwar zeichnete sich am Freitagnachmittag eine Einigung über die künftige Europäische Verfassung ab, doch dominierten erneut Differenzen zwischen den großen Mitgliedsstaaten - allen voran Frankreich und Deutschland - und zahlreichen kleineren Mitgliedsstaaten, darunter auch Österreich.
So stellten sich 13 kleinere EU-Länder bis zuletzt gegen einen Verfassungskompromiss, der die Mitsprachemöglichkeiten der großen und mittleren EU-Staaten deutlich stärken sollte. Auch die Bestellung des künftigen EU-Kommissionspräsidenten ging nicht ohne Emotionen ab.
Zu schweren Differenzen kam es zwischen dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac und dem britischen Premier Tony Blair. Chirac setzte sich für die Bestellung des belgischen Ministerpräsidenten Verhofstadt ein, Blair unterstützte die Kandidatur des britischen EU-Kommissars Patten. Noch am Freitagabend nahmen die EU-Spitzen einen neuen Anlauf zur Lösung der Prodi-Nachfolge. Bundeskanzler Schüssel wurde bis zuletzt als ein möglicher Kandidat genannt. Seiten 6-8