Die angeblich gefälschte Unterschrift von Hans-Peter Martin sorgt weiterhin für Diskussionen.
WIEN (lug/apa). Eigentlich hatte Hans-Peter Martin für Freitag "Bürgergespräche am Naschmarkt" angekündigt. Dann berief er allerdings kurzfristig eine Pressekonferenz ein, um zu den SP-Vorwürfen Stellung zu nehmen. Die europäischen Sozialdemokraten warfen Martin vor, er habe seine Unterschriften in einer Anwesenheitsliste des EU-Parlaments im Jahr 2001 gefälscht. "Ich habe mir Kopien der Unterschriften zukommen lassen und erkenne sie eindeutig wieder", so Martin. Nun werde er die Staatsanwaltschaft einschalten. Um potenzielle Wähler von seiner Unschuld zu überzeugen, hat Martin Inserate in Tageszeitungen geschaltet. Das Geld dafür - rund 100.000 Euro - komme von seinem "Sparbuch".
Das Europaparlament hat inzwischen ein grafologisches Gutachten in Auftrag gegeben. Das Ergebnis werde aber nicht vor dem Wahlsonntag vorliegen, so Parlamentssprecher David Harley.
Unterdessen hat Martin eine einstweilige Verfügung gegen Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider erwirkt. Haider wird damit untersagt, Martin des "Betruges" zu bezichtigen und zu behaupten, dieser "lügt", wie er es beim FP-Wahlkampfauftakt in Kärnten getan hatte.
Weniger erfreulich dürfte für Martin allerdings sein, dass Freitag Mittag sein Auto aufgebrochen wurde. Dabei sei sein Computer mit sämtlichen internen Unterlagen gestohlen worden, so Martin.
Zuversichtlich beendete am Freitag die "Linke"-Liste ihren Wahlkampf. Spitzenkandidat Leo Gabriel ist "optimistisch, die notwendige Stimmenzahl für ein Mandat zu erreichen". Unterstützung bekam er dabei von den Mitbegründern der Grünen, Freda Meissner-Blau und Christian Burtscher.