Der ÖVP-Europaabgeordnete Reinhard Rack ortet einen verfehlten Wahlkampf.
Die Presse: Sie waren Vertreter im EU-Konvent. Macht Sie das traurig, dass im Wahlkampf nicht über die EU-Verfassung debattiert wird?
Reinhard Rack: Sehr traurig, denn wir wollten in ganz Europa das Thema Verfassung zum eigentlichen politischen Thema der Europawahl machen.
Haben sich die Parteien zu sehr von Hans-Peter Martin und seiner Spesendebatte vereinnahmen lassen?
Rack: Hans-Peter Martin ist nur ein Mosaikstein des Bildes, das die Österreicher von Europa haben: Demnach kommt alles schlechte aus Brüssel, alles gute kommt aus den Gemeinden, Ländern.
Den Wahlkampf dominieren Themen von gestern. Kann mit Zukunftsthemen nicht gepunktet werden?
Rack: Bei den Menschen gibt es doch ein zentrales Thema: die Arbeit. Denn hier geht es um die eigentlich entscheidende politische Frage. Die SPÖ will ebenso wie die europäischen Sozialdemokraten ein System des deficit spending. Über Schulden sollen Arbeitsplätze geschaffen werden. Wir sind der Überzeugung, dass Arbeit nur über attraktive Rahmenbedingungen für die Wirtschaft geschaffen werden kann. Schuldenmachen ist der falsche Weg.