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ntgegen allen Dementis führt Burgchef Klaus Bachler nun also doch Gespräche mit den Salzburger Festspielen wegen der Übernahme der Intendanz nach 2006. Dabei läuft sein Vertrag im Burgtheater bis 2009. Ehrgeiziger Job-Hopper, lässt nichts aus?!
Nun mal ehrlich: Was genau spricht gegen einen Festspielchef Klaus Bachler? Der 53-jährige Steirer hat sich in einer Reihe von Führungs-Positionen bestens bewährt: als Intendant der Wiener Festwochen, als Direktor der Volksoper und des Burgtheaters. Klar, so glamourös wie Claus Peymann ist Bachler nicht. Dafür hat er auch nicht dessen Fehler: Die Organisation ist viel besser geworden - es gibt weniger Schließtage, Probenzeiten ufern nicht mehr aus, Premieren-Termine halten. Die Programmierung könnte etwas weniger "modisch" sein, aber die Auslastung ist gut. Das ist wichtig.
Die Salzburger Festspiele wünschen sich einen Nachfolger für den amtierenden Intendanten Peter Ruzicka, der ständig anwesend ist. Klaus Bachler wird das machen. Wen immer man in diesen Tagen fragt, ob Bachler gut wäre für die Salzburger Festspiele, die meisten sagen: Er kann es, er will es - warum also nicht? Man könnte ihn jetzt bestellen. Die Zeit drängt. Die Planungszeiten im Musiktheater sind lang, und es wäre nicht gut, wenn während der heurigen Festspiele statt über das Programm über den künftigen Intendanten diskutiert würde. Das hat Peter Ruzicka nicht verdient.
Und Franz Welser-Möst, der Star-Dirigent, in dem viele schon einen neuen Karajan sehen - und der im besonderen von Kunststaatssekretär Morak stark favorisiert wird? Welser-Möst würde, ohne (Manager)-Partner allein gelassen, die komplizierte Salzburger Gruppendynamik schwer nerven - und womöglich würde er bald wieder genug haben.
Die Wiener Philharmoniker wollen Bachler nicht und sind in punkto Welser-Möst skeptisch. Nun, die Meister-Musiker werden immer ein Haar in der Suppe finden - aber dennoch, in welcher Konstellation immer, gehätschelt werden.
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leibt die Frage: Was tun mit dem Burgtheater, wenn Bachler nach Salzburg geht? Man wird jemanden finden. Die vielen Bewerbungen bei Ausschreibungen heimischer Kultur-Positionen zeigen, dass diese gefragt sind. Wie wäre es, wenn man in der Burg mal so richtig etwas wagen würde: etwa eine Frau zur Direktorin machen. Elisabeth Schweeger, Intendantin in Frankfurt, oder Anna Badora, bis 2006 Chefin des Düsseldorfer Schauspielhauses? Ob die Zeit für so eine Idee je reif sein wird?
barbara.petsch@diepresse.com