Meinung: Vorsicht, Wirtschaft

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as haben ein Bett und ein Konto gemeinsam? Beide kann man sauber überziehen. Kleiner Scherz aus dem Bankenwesen. Dem Burgtheater droht diese Saison ein Defizit. Direktor Klaus Bachler jammert. Die Bundestheater-Holding will fürs Erste aushelfen. Wie das alles nun weitergeht, da die Subvention für die Staatsbühnen bis 2007 nicht erhöht wird, soll man nächste Woche erfahren. Holding-Chef Georg Springer plant eine Pressekonferenz. Aus der Staatsoper brummte Donnerstag Direktor Holender: Er hat Rücklagen, die Frage nach einem "Transfer" stelle sich aber nicht. Auf Deutsch: Die Staatsoper wird dem Burgtheater nicht aus der Patsche helfen.

Wie sieht nun ein Wirtschaftsmensch die Finanzlücken? Was passiert mit einer GmbH, die Verluste baut? Wenn der Eigentümer gut aufgelegt ist, kann er nachschießen. Er kann aber auch Nein sagen oder sich Konsequenzen für die Geschäftsführung überlegen. Also Vorsicht, liebe Künstler! Die Zeit, da Budget-Überziehungen Kavaliersdelikte waren, ist vorbei. Was fürs private Börsel gilt, gilt auch für die Theater: Mehr Geld ausgeben, als man hat, kann gefährlich sein.

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