Meinung: Nur viel Gerede?

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rchitektur-Enquete Dienstag im Parlament: Da klappt mancher gleich die Ohren zu, speziell, wenn er hört, dass eine unabhängige Kommission etabliert und ein Statusbericht erstellt werden soll. Resümieren von Themen, Schulterklopfen der Experten. Das kennt man.

Wie geht's der Zunft? Reich an Primadonnen ist sie, an Theoretikern, Persönlichkeiten, die sich als Schöngeister geben, aber vor allem am Geschäft interessiert sind. Das Etikett Baukunst birgt Pragmatismus. Was passiert, bestimmt oft der Auftraggeber, wie es funktioniert, hängt vom Generalunternehmer ab.

Vorschriften, Normen engen die Kreativität ein. Ohne Handwerk geht nichts. Und trotz aller Mühen, Kosten sind Bauwerke oft hässlich. Die Berufschancen? Nicht üppig. Nur wenige können davon leben, noch weniger gut verdienen. Viele studieren endlos, denn Architekt ist ja ein schicker Beruf, auch Architektin. Für die Frauen ist es besonders hart. Seit 1979 wird der Pritzker-Preis verliehen, er gilt als Nobelpreis für Architektur. Heuer erhielt ihn erstmals eine Frau: Zaha Hadid.

Deprimiert ob der vielen Probleme muss dennoch keiner sein. Gerade der Kleinstaat Österreich hat viele international renommierte Baukünstler hervorgebracht: Hans Hollein, Coop Himmelblau, Gustav Peichl bis Adolf Krischanitz. Die Liste ist bei weitem nicht vollständig. Jüngere Kräfte kommen oft aus den Bundesländern, aus Graz, Vorarlberg. Die öffentliche Hand agiert nicht immer so geschickt wie alle diese Einzelkämpfer und Teams - denkt man an die Querelen um das Museumsquartier oder die Kostenüberschreitungen beim New Yorker Kulturinstitut. Aber vielleicht beflügelt die jetzige Enquete die Politiker ja, einige Rahmenbedingungen zu verbessern.

barbara.petsch@diepresse.com

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