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sellschafter-Wechsel bei "Art for Art", Service-Unternehmen der Bundestheater. Es fertigt die Ausstattungen für die Staatstheater. Staatsoper, Volksoper, Burgtheater übernehmen von der Bundestheater-Holding 49 Prozent der Anteile an "Art for Art". Eine seit langem vorbereitete Routine-Aktion, hört man.
Wirklich? Noch vor wenigen Jahren gab es große Besorgnis, dass es den Werkstätten übel ergehen werde, wenn der sogenannte Kontrahierungszwang (2004) weg fällt. Die Bundes-Bühnen können dann nämlich ihre Dekors woanders als im Wiener Arsenal bestellen, etwa in Ungarn oder der Slowakei.
Immerhin: Die Werkstätten haben in den letzten Jahren stark rationalisiert. Sie erledigen mehr Fremdaufträge - für andere Theater. Und sie haben mit den Wohnungen auf dem Dach des Hanusch-Hofes viel Geld verdient, für ein neues Depot, auf dass aus Verkauf, Verleih, Tausch, Recycling künftig mehr Gewinn gezogen werden kann.
Freilich, bei Dekor-Kosten pro Produktion von bis zu 350.000 Euro fragt man sich, ob da nicht noch einiges drin ist an Rationalisierungsreserven. Die staatliche Subvention für die Bundes-Bühnen wurde seit zehn Jahren nicht erhöht: Wo wird man da sparen, wenn 2005 nicht die geforderte Aufstockung kommt? Wohl bei den Ausstattungen.
Derzeit wird "Art for Art" von Josef Kirchberger geleitet. Die Geschäftsführung wird bald ausgeschrieben, möglich, dass Staatssekretär Morak die Gelegenheit nützt, den SP-Mann Kirchberger, der für die Minister Moritz, Hawlicek gearbeitet hat, abzusetzen. Bei den Mitarbeitern ist Kirchberger beliebt, als harter Rationalisierer gilt er nicht. Bleibt die Frage, wen die Findungskommission für die neue Führung von "Art for Art" - vermutlich bestehend aus den Direktoren Holender, Bachler, Berger - empfiehlt. Wie immer die Entscheidung ausfällt, sie ist sehr wichtig für die Bundestheater.