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uro auf Jahrestief, vage Hoffnungen auf eine Zinssenkung, ausgesprochen gute Prognosen für die Halbleiter-Industrie: Das ist ein Mix, der gute Laune an den Börsen garantiert. Am Montag wurde den Börsianern dieser Mix verabreicht - und die Kurse zogen weltweit an.
Halbleiteraktien profitierten von optimistischen Ausblicken von Samsung und ST Micro und von Aussagen von Experten, wonach die Branche heuer das beste Jahr seit langem erwarten könne. 20 Prozent werde das Wachstum betragen. Das machte dem gesamten Technologiesektor Kurs-Beine. In Frankfurt gehörten etwa der Chiphersteller Infineon und die Softwarefirma SAP zu den größeren Gewinnern. Philips, Nokia und ST Micro zogen ebenfalls kräftig an. Den Vogel im europäischen Technologiebereich schoss freilich der finnische Softwareproduzent Yomi mit einem Kurszuwachs von stolzen 30 Prozent ab. Hier waren allerdings Übernahmefantasien ausschlaggebend. Der Hauptaktionär Elisa hat nämlich angekündigt, das Unternehmen vollständig zu übernehmen.
Gut unterwegs waren auch Rohstoffaktien, nachdem Morgan Stanley den Sektor auf "Overweight" gestellt hatte. BP zog nach guten Unternehmenszahlen an.
Im grünen Bereich bewegte sich am Montag auch die Wiener Börse. Einen riesigen Kurssprung um 8,19 Prozent legten hier die Papiere des Wassertechnikunternehmens BWT hin. Einen Grund für diesen Anstieg konnten Händler nicht nennen. BWT legt am Ende dieser Woche Zahlen vor. Höher als am Freitag lagen unter anderem auch die Kurse von AUA, Flughafen, BA-CA und Böhler Uddeholm. Palfinger-Aktien legten zu, nachdem die deutsche Bank das Kursziel für den Kranhersteller von 23 auf 29 Euro angehoben hatte. Leicht unter Wasser war am Montag Nachmittag das Papier der Erste Bank.
New York eröffnete am Nachmittag mit leichten Zugewinnen, wobei Technologieaktien stärker stiegen als andere Werte. Auch die US-Börsianer warten gespannt darauf, ob die EZB wegen der schlechten Konjunktur am kommenden Donnerstag die Zinsen weiter senkt oder dies zumindest in Aussicht stellt.