Belgacom: Belgiens Telekomkonzern kommt an die Börse

Der größte europäische Börsegang seit Jahren steht vor dem Abschluss.

brüssel. Dedier Bellens stapelt tief. Als der Chairman und CE0 des belgischen Telekom-Unternehmens Belgacom den Börsengang ankündigte, sagte er: ,,Wir sind sicher keine Wachstumsaktie. Allerdings werden wir den Gewinn 2004 steigern können, obwohl es schwierig werden wird, den Umsatz weiter auszubauen.''

Mit diesen Sätzen traf Bellens den Nagel auf den Kopf. Denn die Wachstumschancen für den Markführer Belgacom auf dem mit rund zehn Mill. Einwohnern relativ kleinen belgischen Telekom-Markt sind nun einmal beschränkt. Außerdem erhält die Belgacom-Mobilfunktochter Proximus durch Orange (France Telecom) und Base (KPN Telecom) am heimischen Markt immer härtere Konkurrenz.

Dennoch fiebert man in Belgien nun dem Börsengang der Belgacom entgegen. Schon am kommenden Montag sollen die Titel erstmals an der Brüsseler Euronext-Börse gehandelt werden. Das größte IPO (Initial Public Offering) in Europa seit dem Börsengang der France Telecom-Tochter Orange 2001 wird dann abgeschlossen sein. Die Zeichnungsfrist für die Belgacom-Aktien läuft noch bis Freitag 19. März. Die im Bookbuilding-Verfahren festgelegte Preisspanne für die zu platzierenden Belgacom-Titel wird zwischen 23,00 und 26,50 Euro liegen, gab das Bankenkonsortium bekannt. Der definitive Ausgabepreis wird am 22. März festgesetzt.

Damit wird die Belgacom mit 8,1 bis 9,3 Mrd. Euro bewertet. Das ist deutlich weniger als noch vor Beginn des Börsengangs beziffert wurde. Damals war von einem Wert der Belgacom zwischen zehn und zwölf Mrd. Euro die Rede. Allerdings hat das von der UBS, Goldman Sachs und Lehman Brothers sowie Morgan Stanley geführte Bankenkonsortium die Preisspanne im unteren Bereich der Markterwartungen angesetzt.

Das zum Verkauf stehende fast 47prozentige Aktienpaket gehört bisher einem Anlegerkonsortium namens ADSB. In der ADSB befinden sich die amerikanische SBC Communications (35 Prozent), die dänische TDC Communications (33 Prozent) und die Singapore Telecom (27 Prozent) sowie die Dexia- und die KBC-Bank, die gemeinsam mit etwa fünf Prozent an der ADSB beteiligt sind. Der belgische Staat will seine Mehrheit von 50 Prozent plus einer Aktie halten. 16 Prozent der Emission sind für Privatanleger reserviert.

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