Die Börsengänge von Mifa und Postbank könnten dem deutschen Aktienindex DAX neuen Schwung verleihen.
frankfurt. Die Hoffnungen am Frankfurter Börsenparkett sind hoch. Immer dann, wenn Börsengänge geplant waren, konnte der Deutsche Aktienindex (DAX) die Marke von 4000 Punkten hinter sich lassen. Ein Kursziel, das auch für 2004 nicht unerreichbar erscheint, hält der DAX derzeit bei knapp unter 3900 Zählern.
Aktienexperten, wie Robert Halver vom Bankhaus Vontobel, warnen allerdings vor einer "Scheinkorrelation". So hätten Börsengänge in der jüngeren Vergangenheit zwar den DAX nach oben getrieben. Wenn aber die Werbefeldzüge um die Investoren begonnen hatten, ist das Börsenbarometer wieder abrutscht. Bei X-Fab war es so, bei Siltronic ähnlich. Auch vergangene Woche hat der DAX zum Wochenauftakt die 4000 Punkte überschritten, am Freitag hat der Index allerdings wieder um mehr als hundert Punkte tiefer geschlossen.
Kein gutes Omen also für die beiden neuen Börsenkandidaten, den kleinen Fahrradproduzenten Mifa und den großen Finanzdienstleister Postbank? Das muss nicht so sein. Die für Juni geplanten Börsengänge unterscheiden sich nämlich deutlich von den jüngsten Flops. Die Postbank wird vermutlich nicht mit einem Fixpreis an die Börse gehen, sondern mit einer Preisspanne, um sich so den Schwankungen des Kapitalmarktes anpassen zu können.
Die Mifa hat indes einen anderen Weg gewählt und einen Festpreis von 9,25 Euro für die zum Verkauf stehenden Aktien festgelegt. Allerdings hat sie die damit verbundene Kapitalerhöhung bereits im Handelsregister eintragen lassen: "Wenn sie eingetragen ist, dann wird die Transaktion auch durchgeführt," meint Natalie Richter von der konsortialführenden Bank Merck Finck & Co.
Derzeit kann sich kaum jemand vorstellen, dass nach den beiden Umfallern aus dem laufenden Jahr (X-Fab und Siltronic) nun auch die nächsten Börsenkandidaten der Mut verlässt. So schlampig wie jener von X-Fab sind die nun geplanten Börsengänge nicht vorbereitet. Bei Mifa liegt ein Emissionsprospekt vor, auf den X-Fab verzichtete. Und die Namen Deutsche Bank und Morgan Stanley als Konsortialführer bei der Postbank sind zu groß, als dass die sich dort solchen Fehler erlauben könnten.
Zudem sind die Kursdrücker an der Börse - Ölpreis, Irak, Zinserhöhungsängste - bekannt. Dennoch wurden die Börsenpläne für Mifa und die Postbank vorangetrieben. Als Garnierung kam bei der Postbank das Gerücht hinzu, die Deutsche Bank könnte ein großes Paket übernehmen. Dieses Gerücht wurde von der Aufforderung des Bundeskanzlers begleitet, die deutschen Privatbanken sollten noch heuer mit Fusionen "in die Strümpfe kommen."